Brasiliens Wirtschaft schwächelt: Investoren ziehen Geld aus Südamerika ab

9. Januar 2014 - 10:26 - keine Kommentare

Während sich Brasilien auf die Fußballweltmeisterschaft 2014 vorbereitet, vermeldet die Zentralbank der südamerikanischen Volkswirtschaft das größte Defizit seit zehn Jahren: Die Investoren zogen sich 2013 reihenweise zurück, nachdem das Land seit einiger Zeit als Zufluchtsort in der Finanzkrise galt.

Nachdem 2008 die weltweite Wirtschaft in die Krise gestürzt wurde, konnten Anleger in Schwellenländern wie Brasilien ihr Heil finden – nun scheint auch hier ebenfalls die Katerstimmung angekommen zu sein. Die Zeitung „Folha do São Paulo“ schreibt von umgerechneten acht Milliarden Euro (12,3 Milliarden Dollar), die als Fehlbetrag in der Devisenbilanz auftauchen. Gleichzeitig sei der Handelsüberschuss auf 8,2 Milliarden Euro (11,1 Milliarden Dollar), entsprechend 33 Prozent, gestiegen, während die Belastung durch 17,2 Milliarden Euro (23,4 Milliarden Dollar) Überweisungen auf dem Devisenkonto für die schwierige Situation durch die Finanzkrise spräche, wie der Experte Rafael Bistafa von der Zeitung zitiert wird.

Brasiliens Wirtschaft schwindet: Größtes Devisenminus seit zehn Jahren

Erschreckend für die erfolgsverwöhnte brasilianische Wirtschaft, in der man auch in Hinblick auf die Fußballweltmeisterschaft 2014 andere Pläne für das aktuelle Jahr hatte, wurde vor allem der abrupte Abgang der Investoren. Die Zeitung, deren Zahlen sich auf Informationen der Zentralbank Brasiliens beziehen, wertet dies zwar nicht als Devisenflucht, aber dennoch verlässt das Geld der Anleger die südamerikanische Volkswirtschaft geradezu fluchtartig.

Diese Massenflucht wird mit der des Jahres 2002 verglichen, als im Zuge der Präsidentschaftswahl Luiz Inacio Lula da Silvas 13 Milliarden Dollar an Investorengeldern aus Brasilien abgezogen wurden. Derzeit wird allerdings der stagnierende und teilweise rückläufige Außenhandel für das schwindende Interesse am größten Wirtschaftsfaktor in Südamerika verantwortlich gemacht.

Anleger ziehen sich aus Südamerika zurück, Real fällt um 17 Prozent

Auch die Landeswährung Real konnte sich 2013 nicht halten: Ihr Wert schwand im Verhältnis zum US-Dollar um 17 Prozent in den vergangenen Monaten, während die Notenbank des Landes den Leitzins auf zehn Prozent anhob, nachdem er einige Zeit bei 6,5 Prozent lag.

Die Investoren, die vor der Finanzkrise seit 2008 flüchteten, folgen nun wieder dem Geld: In den USA steigen die Wertpapier-Zinsen und ziehen damit die Anleger in Brasilien ab – die Wirtschaft des südamerikanischen Staates gerade auf dem bislang lukrativen Automarkt flaut dabei weiter ab. In Brasilien wurden 2013 zum ersten Mal seit ebenfalls zehn Jahren auch weniger Autos verkauft als im Jahr zuvor.

Bild: Brasilien von dany13, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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