Obama und Merkel: Treffen nach NSA-Affäre vereinbart

9. Januar 2014 - 08:24 - keine Kommentare

US-Präsident Barack Obama hat Bundeskanzlerin Angela Merkel ins Weiße Haus eingeladen. Er erkundigte sich nach ihrem Befinden nach dem Skiunfall und schlug Gespräche in Washington vor – ausgerechnet per Telefon, was im Zuge der NSA-Affäre für Belustigung bei einer Pressekonferenz sorgte.

2011 war Bundeskanzlerin Merkel das letzte Mal in den USA, um Präsident Barack Obama zu besuchen und die Freiheitsmedaille zu erhalten. Seitdem wurden die Beziehungen der beiden Länder durch die von „Whistleblower“ Edward Snowden enthüllte NSA-Spionageaffäre stark belastet, vor allem die Bespitzelung der Kanzlerin durch den US-Geheimdienst ist ein noch immer schwerwiegendes Thema. Nun hat der Präsident Merkel angerufen, um ihr zur neuen Regierung zu gratulieren, ihr Genesungswünsche nach ihrem Skiunfall zu übermitteln und sie erstmals nach den NSA-Enthüllungen zu Gesprächen in Washington einzuladen.

Nach der NSA-Abhöraffäre: Barack Obama ruft Angela Merkel an

Das Thema „Telefon“ ist zwischen Präsident Barack Obama und Bundeskanzlerin Merkel heikel: Zu einer Zeit, als die USA noch abstritten, die Verbindungen ihrer Verbündeten auszuspionieren und sich aus Deutschland Kritik regte, hatte Obama noch süffisant bemerkt, dass er die Kanzlerin anrufen würde, wenn ihn ihre Meinung interessiere. Als allerdings herauskam, dass Merkels Handy von der NSA angezapft wurde, schlug dies auch in den Vereinigten Staaten hohe Wellen, wo sich bislang nur über die Abhörung der eigenen Bürger mokiert wurde.

Entsprechend reagierten die Journalisten bei der Pressekonferenz im Weißen Haus auch auf die Mitteilung des Sprechers Jay Carney, der Präsident habe Merkel angerufen: Nachdem die Reporter zunächst über die Bemerkung lachten, stellte einer von ihnen die Frage, ob die über das Mobiltelefon oder den Festnetzanschluss der Bundeskanzlerin geschehen sei.

Gespräche in Washington: US-Präsident lädt Bundeskanzlerin ein

Der deutsche Regierungssprecher Steffen Seibert bestätigte die Einladung und auch, dass Angela Merkel diese angenommen habe. Der Präsident hat die Kanzlerin schon zu einem Termin in den kommenden Monaten zu sich nach Washington bestellt, als mögliches Gesprächsthema wird neben dem Freihandelsabkommen zwischen Europa und den USA (TTIP genannt) auch der NATO-Gipfel erwartet, der in Großbritannien im September stattfinden wird – beides wurde telefonisch bereits besprochen, das Weiße Haus zitierte die Freude der beiden Staatsoberhäupter, die „gemeinsamen Interessen“ aufzugreifen und fortzuführen.

Ob die NSA-Affäre dann ebenfalls besprochen wird, ist noch unklar. Präsident Barack Obama strebt allerdings derzeit eine Geheimdienstreform an. Er hat sich nach dem Telefonat mit Angela Merkel mit Geheimdienstvertretern und Datenschützern im Weißen Haus getroffen, um über die Ausarbeitung einer solchen Reform zu sprechen.

Bild:US-Präsident Barack Obama von jamesomalley, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
VN:F [1.9.18_1163]
0.0 / 5.0 - 0 Bewertungen
 
 

Hinterlasse eine Meinung zu: Obama und Merkel: Treffen nach NSA-Affäre vereinbart

* Pflichtfeld - E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht!