Mindestlohn: Gewerkschaften fordern mehr als 8,50 Euro auch in der Gastronomie

8. Januar 2014 - 11:27 - keine Kommentare

Während sich die Koalitionsparteien über Ausnahmen von der vereinbarten Mindestlohnregelung von 8,50 Euro in der Stunde unterhalten, hat sich die Gewerkschaften NGG zur Situation im Gastronomiebereich geäußert: Wie auch von Ver.di gefordert, will man sich mindestens 10 Euro einsetzen.

Die seit November 2013 im Amt befindliche Vorsitzende der Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten (NGG). Michaela Rosenberger, hat sich in die anhaltende Diskussion um den Mindestlohn eingeschaltet: Die im Koalitionsvertrag zwischen SPD und CDU festgelegten 8,50 Euro hält sie für zu wenig, um davon leben zu können. Sie schließt sich damit der Forderung von Ver.di-Chef Frank Bsirske an, der im vergangenen Monat ankündigte, sich dafür einsetzen zu wollen, dass der Stundenlohn auf mindestens 10 Euro ansteigen solle – ab 2015 gilt die Vereinbarung, die bis 2017 flächendeckend durchgesetzt werden soll, bei der jedoch derzeit über verschiedene Ausnahmeregelungen verhandelt wird.

Gastro-Gewerkschaft NGG: Michaela Rosenberger setzt sich für höheren Mindestlohn ein

Gegenüber der „Bild“-Zeitung hat die neue Gewerkschaftschefin den vereinbarten Mindestlohn als nicht ausreichend bezeichnet, um „von seiner Hände Arbeit zu leben“. Wie bereits in einem früheren Zeitungsinterview mit der „Welt am Sonntag“ hat Rosenberger die Befürchtungen, ein höherer Mindestlohn könne möglicherweise zu Jobverlusten führen, auf schlechte Geschäftsmodelle der Arbeitgeber verwiesen: Arbeitnehmer müssten mit ihren Einkünften ohne Aufstockung ihre Miete bezahlen können, ginge dies nicht, läge dies an Geschäftsmodellen, „die darauf beruhen, dass möglichst wenig gezahlt wird“.

Der „Focus“ zitiert sie mit der Aussage, Jobverluste im Gastro-Bereich und gerade im Osten Deutschlands müsse „man in Kauf nehmen“. In der „Bild“ allerdings verwies Rosenberger auf andere EU-Länder, in denen der Mindestlohn bereits eingeführt worden sei. Hier seien „positive Erfahrungen“ gemacht worden, zu großem Stellenabbau sei es nicht gekommen. Vielmehr sei sie sich sicher, dass eine Lohnuntergrenze abgeschafft worden wäre, wenn sich ihre Einführung als negativ erwiesen hätte.

10 Euro als Lohnuntergrenze auch für Saisonarbeiter gefordert

In Deutschland halten sich derweil die Bedenken, die Arbeitgeber könnten auf den Mindestlohn mit Entlassungen reagieren – sie drängen derzeit ebenso wie führende Unions-Politiker, wie CSU-Chef Horst Seehofer, auf Ausnahmen für verschiedene Berufstätige. Praktikanten und Rentner sollen somit ausgeschlossen werden, aber auch Saisonarbeiter, wie sie gerade in der Gastronomie häufig anzutreffen sind – Michaela Rosenberger will sich mit ihrer NGG dafür einsetzen, dass auch diese Angestellten bei steigenden Preisen die Lohnuntergrenze in Anspruch nehmen können.

Bild:Kellnerin von Schröder+Schömbs PR _ Brands | Media | Lifestyle, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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