Proteste in Kiew: Demonstranten feiern Weihnachten auf dem Majdan Nesaleschnosti

7. Januar 2014 - 11:38 - keine Kommentare

Auch zum Weihnachtsfest der orthodoxen Kirche gehen die Demonstrationen in der Ukraine weiter. Auf dem Majdan Platz in Kiew verlieh Vitali Klitschko dem Protest eine feierliche Note, denn anstatt der Rücktrittsforderungen hat er sich für Hoffnung und Erneuerung ausgesprochen.

Zum Weihnachtsfest am 06. und am 07. Januar auf dem Majdan Nesaleschnosti in Kiew hat Oppositionsführer Vitali Klitschko seine Ansprache dazu genutzt, den Demonstranten Mut zu machen. Er und seine Partei „UDAR“ wollen nach den Festtagen wieder verstärkt Druck auf den amtierenden Präsidenten der Ukraine, Wiktor Janukowytsch, ausüben – sie wollen für „Hoffnung und Erneuerung“ sorgen. In den letzten Tagen meldeten allerdings selbst regierungskritische Medien, dass es den Protestlern auch nach sieben Wochen nicht gelungen sei, den oppositionellen Gedanken großflächig zu verbreiten.

Demonstrationen in der Ukraine auch zum orthodoxen Weihnachtsfest

Zwei Wochen nach Weihnachten in den westlichen Staaten feiert auch die Ostkirche das christliche Fest. So auch in der Ukraine, wo derzeit noch immer zehntausende pro-europäische Demonstranten auf dem zentralen Platz in Kiew ausharren, um gegen die Korruption und die pro-russische Einstellung der Regierung zu demonstrieren. Zur Weihnacht aber wurden die Proteste zugunsten der alten Traditionen beigelegt: 12 Speisen werden gemäß dem Brauchtum gereicht und da man auf dem Majdan feierte, mussten diese vor Ort zubereitet oder herangeschafft werden.

Auf der Bühne, wo Boxweltmeister und Oppositionspolitiker Vitali Klitschko normalerweise gemeinsam mit seinen Parteifreunden und anderen Gegnern der Regierung von Wiktor Janukowytsch, wie Arseni Jazenjuk und Oleh Tjahnybok, sprechen, traten Sternsinger auf und auch die Demonstranten auf dem Platz sangen Weihnachtslieder, während manche Sänger zur Präsidentenresidenz zogen, um dort ihren Protest durch die alten Lieder auszudrücken. Bereits das Neujahrsfest hatte die Opposition genutzt, um als Volk an den Präsidenten die Worte zu richten.

Vitali Klitschko will nach Weihnachten die Proteste neu entfachen

Beobachter der Proteste in Kiew und anderen Teilen der Ukraine, etwa in Charkiw, wo die inhaftierte Julia Timoschenko in einer Klinik behandelt wird, sehen jedoch den Einfluss der Opposition schwinden: Nicht nur, dass die Weihnachtsfeiertage für einen gewissen Schwund an Protestlern sorgten, auch die große Zustimmung in der Bevölkerung bleibt aus. Die Chefredakteurin der „Dserkalo Tyschnja“, Julia Mostowa, sieht das Problem vor allem bei den Oppositionspolitikern: Sie hätten es nicht geschafft, ein gemeinsames Ziel zu errichten und die Bürger der Ukraine darauf auszurichten, während die Unterstützung der EU schwach bleibe.

Vitali Klitschko hat kurz vor dem Weihnachtsfest die Möglichkeit eines Generalstreiks benannt, mit dem noch einmal die Massen mobilisiert und die Regierung geschwächt werden soll. Falls eine solche Maßnahme ergriffen wird, könnte man in den nächsten Tagen nach Weihnachten damit rechnen.

Bild:Polizei Ukraine von mac_ivan, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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