Eurostat Statistik: Sterberate in den ostdeutschen Bundesländern höher

7. Januar 2014 - 07:28 - keine Kommentare

Eurostat hat die Sterbedaten auf regionaler Ebene ermittelt und herausgefunden, dass in Sachsen-Anhalt und den neuen Bundesländern deutlich mehr Menschen sterben als in den westlichen Bundesländern – einzige Ausnahme ist dabei das Saarland, während in Süddeutschland die Sterberate besonders niedrig ist.

Im Dezember des vergangenen Jahres hat das europäische Statistikamt Eurostat die Ergebnisse einer Studie vorgelegt, die sich die regionalen Sterbedaten des Jahres 2010 für die einzelnen Bundesländer vorgenommen hat. Die Statistik, für die Tageszeitung „Die Welt“ angefertigt, sieht dabei unter Berücksichtigung jedweder Todesart in jedem Alter vor allem für die ostdeutschen Bundesländer die größte Anzahl an Todesfällen und Sachsen-Anhalt führt diese Aufstellung an: Über 1.300 Tote pro 100.000 Einwohner zählt das Bundesland, die umliegenden Regionen von Thüringen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg bewegen sich zwischen 1.100 und 1.199, während in Sachsen über 1.200 Sterbefälle gemessen wurden, wie auch im Saarland.

Eurostat: Im Osten Deutschlands sterben mehr Menschen

In den übrigen Bundesländern liegt die Sterberate niedriger: Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz werden mit 1.000 bis 1.099 Toden aufgezählt, Bremen liegt noch einmal über 1.100. Dafür müssen Berlin, Hessen, Bayern, Hamburg und Baden-Württemberg lediglich zwischen 900 und 999 Personen pro 100.000 Einwohner betrauern. Die klassischen Volkskrankheiten, Herzinfarkt, Herzkranzgefäß-Erkrankungen und chronische Herz-Kreislauf-Erkrankungen, seien überall die häufigste Todesursache.

Eurostat führt etliche Studien durch, die sich mit der Lebenserwartung, der Todesursachen, den Wahrscheinlichkeiten und der Sterblichkeitsrate beschäftigen, für die Zeitung hat das Statistikamt nun die natürlichen und die unnatürlichen Ursachen des Sterbens gesondert für die deutschen Bundesländer betrachtet. In diese Aufstellung fließen Volks- und Alterskrankheiten ebenso mit ein, wie Suizide, Unfälle und gewaltsame Tode, aber auch das altersbedingte Ableben.

Europäisches Statistikamt ermittelt regionale Sterbedaten

Die Zeitung lässt ihre Leser leider nicht die Statistik in voller Länge lesen, dafür wird jedoch eine Erklärung dafür geboten, warum ausgerechnet in den östlich gelegenen Bundesländern die Sterblichkeitsrate bedeutend höher ist: Laut der „Welt“ unter Berufung auf die Expertenanalyse von Eurostat wird dies auf eine ältere Bevölkerung zurückgeführt, da die jüngeren nach der Wende die Regionen verlassen hätten.

Neben der Überalterung seien auch „sozioökonomischen Einflüssen wie Bildung und Einkommen“ nicht unwesentlich am Ergebnis der Statistik beteiligt – schon 2010 stellte die Eurostat hier auch auf europäischer Ebene einen Zusammenhang fest, denn gerade in Bezug auf Krebserkrankungen ist die Fähigkeit, die Krankheit früh zu erkennen, wenn sie noch heilbar ist, auch wesentlich für die Verbesserung der Lebenserwartung.

Bild:Friedhof von onnola, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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