Immobilienkauf: Vier Bundesländer erhöhen die Grunderwerbssteuer

2. Januar 2014 - 10:16 - keine Kommentare

Die Bundesländer Berlin, Schleswig-Holstein, Bremen und Niedersachsen haben beschlossen, von Immobilienkäufern mehr Geld zu verlangen: Die Grunderwerbssteuer wird in manchen Regionen auf bis zu 6,5 Prozent angehoben – wodurch sich teilweise ein Unterschied von drei  Prozent zwischen den Ländern ergibt.

Vor acht Jahren wurde die Grunderwerbsteuer, also jene Abgabe, die geleistet werden muss, wenn man eine Wohnung, ein Haus oder ein Grundstück kauft, allgemeingültig bei 3,5 Prozent des Kaufpreises in allen Bundesländern gehalten – seitdem die Länder selbst bestimmen können, mit wie viel sie an den Immobilienkäufen beteiligt werden möchten, überschlagen sie sich in der Höhe der Prozentpunkt: Zum Jahresbeginn haben wieder vier von ihnen die Erhöhung der Grunderwerbssteuer beschlossen, in Schleswig-Holstein werden nun 6,5 Prozent verlangt, Berlin kommt mit 6 Prozent kurz dahinter. Lediglich in Bayern und in Sachsen wird noch an der alten Steuergrenze festgehalten.

Käufer müssen in Berlin, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Bremen mehr zahlen

Zwischen Schleswig-Holstein als höchstem und den beiden niedrigsten Bundesländern besteht also ein prozentualer Unterschied, der beinahe das Doppelte in die Kassen spült: Wer im hohen Norden eine Immobilie erwerben möchte, muss drei Prozent mehr zahlen als in Süddeutschland. Für Jens-Ulrich Kießling, dem Präsidenten des Immobilienverbandes Deutschland (IVD), besteht das Problem dabei vor allem in der ansteigenden Preisschraube: Er schätzt die Entwicklung in den Bundesländern als einen „Wettlauf um die höchsten Steuersätze“ ein, anstelle eines gesunden Preiswettbewerbs um besonders günstige Grunderwerbsteuern.

Er sieht darin auch eine gefährliche Spirale, bestehend aus gebremsten Wohnungsbau und steigenden Mieten, wodurch Investoren abgeschreckt würden, wie auch der Regionalvorstand des Zentralen Immobilienausschusses (ZIA) in Hessen, Axel König, betont. Höhere Steuern würden die Baukosten erhöhen, die Mieten steigern, Mieter fortreiben und dadurch auch wieder andere Einnahmen verhindern.

Erhöhung der Grunderwerbssteuer: Baukostensteigerung und Mieterhöhungen befürchtet

Während Jens-Ulrich Kießling auch die Problematik des Länderfinanzausgleichs erkennt, durch den sich höhere Steuern positiv in den Länderzuwendungen auswirken, stellt die Grunderwerbsteuer auch eine der größten Einnahmequellen dar: 2012 wurden 7,4 Milliarden Euro in allen Bundesländern über diese Kostenstelle eingenommen.

Derzeit führt Schleswig-Holstein mit einer Erhöhung um 1,5 Prozent auf 6,5 Prozent die Liste der höchsten Steuereinnehmer an, gefolgt von Berlin, wo die Grunderwerbssteuer um 1 Prozent auf 6 Prozent erhöht wurde. Niedersachsen und Bremen erhöhen jeweils um 0,5 Prozent, befinden sich jedoch mit 5 Prozent nunmehr auf der gleichen Ebene wie Baden-Württemberg, Brandenburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Das Saarland weist mit 5,5 Prozent etwas mehr auf, Hamburg mit 4,5 Prozent etwas weniger als die Mehrheit der Bundesländer.

Bild:Immobilien von tobstone, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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