Ärztemangel in Deutschland wird zum Risiko für die medizinische Grundversorgung

27. Dezember 2013 - 08:15 - 1 Kommentar

Laut einer Statistik der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) fehlen in Deutschland mittlerweile rund 2.600 Hausarztpraxen vor allem in ländlichen Regionen um die Bedarf an medizinischer Grundsversorgung zu sichern. Aufgabe des  neuen Gesundheitsministers Hermann Gröhe (CDU) muss die Sicherung der flächendeckenden Versorgung hierzulande sein.

Deutschland hat ein strukturelles Problem bei der Ansiedlung der Arztpraxen. Die meisten Ärzte bevorzugen mittelgroße Städte und Metropolen, um vor allem die Vorteile der vorhandenen Infrastruktur nutzen. Die Entwicklung in den ländlichen Regionen sowie kleineren Städten hat mittlerweile dramatische Züge angenommen. Aufgrund der Alterstruktur gehen viele Ärzte dort in den Ruhestand und entsprechende Praxen werden nur unzureichend nachbesetzt. In der Folge fehlen bei der Grundversorgung auch Apotheker und Physiotherapeuten, die auf eine entsprechende Anzahl von Hausarztpraxen angewiesen sind.

Ärztemangel in Deutschland wird zum Risiko für die medizinische Grundversorgung

Aus der Bedarfsplanung der Ärzteverbände zur Sicherstellung der Grundversorgung geht hervor, dass rund 2.600 Hausarztpraxen fehlen. Bei der aktuellen Entwicklung könnte sich die Zahl mit zum Jahr 2021 noch deutlich erhöhen, da rund 51.000 Haus- und Fachärzte in den Ruhestand wechseln werden. Umsatzgarantien und Investitionshilfen, die von den Ärzteverbänden als Anreiz gesetzt werden, haben bislang nur begrenzten Erfolg. An dieser Stelle sind auch Kommunen und Gemeinden gefragt sich an dieser Stelle ebenfalls zu engagieren. Damit ist auch eine Aufgabe des neuen Gesundheitsministers Hermann Gröhe (CDU) klar umrissen.

Bild:Ärzte von tuev-sued, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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Kommentare zu Ärztemangel in Deutschland wird zum Risiko für die medizinische Grundversorgung

Zu diesem Beitrag gibt es 1 Kommentar.

von Marco Fetzer am 27. Dezember 2013 - 20:03 Uhr

Die Flucht der teuer ausgebildeten deutschen niedergelassenen Ärtzte aus eben-
diesem Gesundheitssystem ist mehr als verständlich!! Angesichts übelster horrender Regressforderungen bis hin zur kriminalisierung der betroffenen (über Durchschnitt leistenden) Ärzte lässt einem vernünftig denkenden überhaupt keine Alternative und ein solches Berufsbild kann auch nicht mehr mit sozialem Epos verbrämt werden.
Welcher Selbständige würde sich auf eine Tätigkeit einlassen, bei der zusätzlich zu den allgemeinen Risiken der Selbständigkeit 1. die Höhe der Abrechenbarkeit von Leistungen (Behandlungen) nachträglich nach UNTEN reguliert wird und 2. über
das Durchschnittsmass hinaus erbrachte Leistungen RÜCKERSTATTET werden
müssen, weil der Durchschnitt der Kollegen diese Leistungen nicht so häufig er-
bracht hat!!!
Man stelle sich den Bäcker vor, dessen Brötchen so lecker sind, dass er dank reissendem Absatz 30% mehr Brötchen als umliegende Bäcker verkauft.
Dann wird ihm zunächst klar gemacht, dass er damit seine Nachbarbäcker in deren Verdienstmöglichkeit eingeschränkt hat, er diesen damit also etwas weggenommen hat (Kriminalisierung) und dieser Betrag gefälligst rückerstattet werden muss!! Am besten backt auch der KEINE Brötchen mehr!

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