Hartes Urteil fürs Filesharing: Gericht in Schweden verhängt 480.000 Euro Geldstrafe

21. Dezember 2013 - 08:24 - keine Kommentare

In Schweden ist im Fall einer Filesharing Anklage nun ein Gerichtsurteil gefällt worden, das durch eine erschreckende Höhe auffällt: Neben einer Bewährungsstrafe und Sozialstunden wurde der Angeklagte zur Zahlung von umgerechnet 480.000 Euro verurteilt – er hatte über 500 Filme online getauscht.

Schützer des Urheberrechts in Schweden feiern das Gerichtsurteil als großen Sieg, andere sehen die drakonische Strafe deutlich ambivalenter: Ein 28-jähriger Mann wurde dafür bestraft, über das mittlerweile geschlossene BitTorrent-Tracker-Netzwerk „Swebits“ 517 Filme online getauscht zu haben – er hatte sie sowohl hochgeladen als auch heruntergeladen und weitergegeben. Für diese Urheberrechtsverletzungen hat das Gericht ihm eine Bewährungsstrafe erteilt und er muss 160 Sozialstunden leisten. Allerdings muss er für einen der Fälle auch umgerechnete 480.000 Euro zahlen.

Filesharing-Urteil in Schweden: 480.000 Euro Geldstrafe für Internet-Tausch

Diese erschreckend hohe Summe – in den USA wurden bislang nur bis zu 150.000 Dollar als Entschädigung verlangt – errechnete sich für die Richter nicht nur aus dem tauschen des Films, sondern auch aus der Tatsache, dass das Werk erhältlich war, bevor es überhaupt offiziell vertrieben wurde. Zudem soll die Qualität miserabel gewesen sein und für das schwedische Gericht kommt dies Rufschädigung gleich. Die Summe von 480.000 Euro würde sich auch auf Marktstörung und Verlust beziehen. Zudem wurde der Betrag hinzugerechnet, der für eine Lizenz zur Verbreitung des Films fällig geworden wäre.

Die Organisation „Rights Alliance“, die sich für die Einhaltung von Urheberrechten einsetzt, erklärte das Zustandekommen des harten Strafmaßes  gegenüber den schwedischen Medien. Der Anwalt der Organisation, Hendrik Pontén, kündigte an, dass in nächster Zeit weitere Urteile dieser Art folgen würden, wenn die Entschädigungsforderungen vor Gericht gebracht werden.

Schwedisches Gericht verurteilt Torrent-User – Piratenpartei empört

Die schwedische Piratenpartei hat sich hingegen negativ über den Gerichtsbeschluss geäußert: Hier beschwert man sich über eine veraltete Gesetzgebung und den falschen Umgang mit Kulturgut. Das Urheberrecht bedürfe einer dringenden Reform und die Höhe des Strafmaßes „für etwas, das Millionen Schweden tun“, wie aus den Reihen der Piratpartiet zitiert wird, sei unangemessen, zumal es höher läge als die US-Entschädigungsstrafen bislang.

Bild:Filesharing von Anton Nordenfur, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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