Veruntreuung: HSH Nordbank soll Millionen an Steuern hinterzogen haben

17. Dezember 2013 - 11:11 - keine Kommentare

Die HSH Nordbank steht unter dem Verdacht, durch das sogenannte Dividenden-Stripping mehrere Millionen Euro an Steuergeldern über einen langen Zeitraum veruntreut zu haben, wie eine interne Untersuchung herausfand. Auch von anderen Banken ist die Anwendung dieses Tricks im großen Stil bekannt.

Die Hypovereinsbank hat das Verfahren gerade erst im Frühjahr erlebt, nun hat eine interne Untersuchung sich auch bei der HSH Nordbank mit dem Dividenden-Stripping auseinander gesetzt und ist dabei zum Schluss gekommen, dass das Finanzunternehmen wenigstens drei Jahre lang, zwischen 2008 und 2011, hiervon Gebrauch gemacht hat. Hierdurch seien Steuergelder in Millionenhöhe am Fiskus vorbei manövriert worden, wie es in einem Bericht im „Handelsblatt“ heißt. Die Bank selbst wollte gegenüber der Zeitung keine Stellungnahme abgeben, wohl aber kündigte der Vorstand an, sich damit beschäftigen zu wollen.

Steuerhinterziehung: HSH Nordbank soll sich am Dividenden-Stripping beteiligt haben

Das Dividenden-Stripping ist eine der umstrittensten Geschäftsideen, um die Zahlung von Steuergeldern zu umgehen: Kurz vor dem Dividendentermin wird eine Aktie in einem Leerverkauf veräußert und bald darauf, nach dem Zahltermin für die Dividende, wieder zurückgekauft – hierdurch soll ein Kursgewinn entstehen, da sich der Aktienkurs durch einen Dividendenabschlag verändert. Dieser Gewinn wäre dann steuerfrei, da hier die Einnahmen aus Kapitalvermögen (steuerpflichtig) in den Spekulationsgewinn (steuerfrei) umgewandelt wurden. Die Kapitalertragsteuer wurde mehrfach angerechnet, die Finanzämter gaben Steuergutschriften aus, die höher waren als die eigentlichen Einnahmen.

Diese vereinfacht dargestellte Praxis wurde bis 2007 nicht nur von Privatpersonen durchgeführt, sondern im großen Stil auch von den Banken: Die Hypovereinsbankd, die Deutsche Bank und andere Kreditinstitute haben die Schlupflöcher durch Transaktionen zwischen inländischen und ausländischen Partnern und die mehrfache Anrechnung der Kapitalertragsteuer jahrelang genutzt, auch unter legislativer Duldung. Seit 2009 allerdings gilt das Teileinkünfteverfahren, das unter anderem die Leerverkäufe ausschließen soll.

Interne Untersuchung deckt Veruntreuung in Millionenhöhe auf

Somit befindet sich auch das Dividenden-Stripping nicht mehr in seiner rechtlichen Grauzone, sondern wird klar geahndet. Die Geldhäuser sind dazu übergegangen, in internen Untersuchungen die eigenen Praktiken aufzudecken. Laut dem Bericht des „Handelsblatts“ ist dies nun auch bei der HSH Nordbank geschehen, während es keinen Kommentar des Geldinstituts gab. Allerdings sei eine Rückstellung von 130 Millionen Euro als Risikovorsorge bereits beschlossen worden, hieß es in Medienberichten.

Bild:HSH Nordbank von arne.list, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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