BER-Aufsichtsrat wählt neuen Vorsitzenden: Klaus Wowereit könnte erneut Posten besetzen

13. Dezember 2013 - 13:20 - keine Kommentare

Kurz vor Jahresende ist zwar noch immer kein Eröffnungstermin für den Pannenflughafen BER bekannt, dafür ergeben sich Personaländerungen an der Spitze und es werden neue Ideen zur Inbetriebnahme gehandelt, wenn sich der Aufsichtsrat noch einmal im alten Jahr trifft.

Der Großflughafen Berlin-Brandenburg International „Willy Brandt“ (BBI oder auch BER) liegt nach wie vor brach, die neuen und alten Chefs schieben sich die Verantwortung hin und her, der Streit zwischen Hartmut Mehdorn und Ex-Technikchef Horst Amann hat den Großteil der letzten Monate bestimmt und nun trifft der Aufsichtsrat noch einmal zusammen, um einen neuen Vorsitzenden zu wählen: Der regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, hatte dieses Amt zwischen 2008 und 2013 inne und gab es Anfang des Jahres an seinen Vize ab, den Brandenburger Ministerpräsidenten Matthias Platzeck. Dieser hat jedoch sämtliche Ämter niedergelegt und Wowereit hat seitdem kommissarisch seinen alten Posten wieder ausgefüllt – nun ist er der einzige Kandidat bei der Neubesetzung.

Großflughafen Berlin-Brandenburg: Wowereit könnte neuer alter Aufsichtsratsvorsitzender werden

Beobachter gehen davon aus, dass dadurch die Wahl der Aufsichtsratsmitglieder auch auf den regierenden Bürgermeister fallen dürfte. Die Sitzung ist für 13 Uhr am Freitag, den 13. Dezember 2013 angesetzt und soll bis 22 Uhr gehen. In diesem Zeitraum wird nicht nur die Wahl des Aufsichtsratsvorsitzenden stattfinden, sondern auch über den aktuellen Stand am BER und die mögliche Wegrichtung beraten. Dabei sind auch die politischen Dimensionen weiterhin maßgeblich.

So ist die Linke etwa gegen die Wahl von Klaus Wowereit zum Vorsitzenden, andererseits versucht der Aufsichtsrat jedoch auch, sich gegen den BBI-Chef Mehdorn zu positionieren. Dieser hat seine Pläne bekanntgegeben, schon im Januar 2014 Probeläufe auf dem Flughafen Berlin-Brandenburg zu starten. In einem ersten Schritt will er das von der Internationalen Zivilluftfahrt-Organisation ICAO vorgeschriebene Verfahren zur Inbetriebnahme einsetzen und von Flughafenmitarbeitern den Betrieb testen lassen, wie er gegenüber einem Fachmagazin für Touristik angab.

Hartmut Mehdorn plant Testbetrieb am BER im Januar 2014

Bei der letzten Sitzung des Jahres des Aufsichtsrates des BER wird auch davon ausgegangen, dass Hartmut Mehdorn eine neue Kostenrechnung vorlegt: Medienberichten zufolge soll die bisherige Summe von 4,3 Milliarden Euro auf 4,8 Milliarden nach oben korrigiert werden müssen. Das vor zwei Wochen eröffnete Insolvenzverfahren gegen eine der Planungsfirmen des Großflughafens soll allerdings keinen Einfluss auf den weiteren Verlauf der Verhandlungen und der Arbeiten am BBI haben. Die Eröffnung 2016 wird derweil weiterhin als unmöglich bewertet.

Bild: Wowereit von abbilder, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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