Robin Hood auf RTL mit Russell Crowe

15. Dezember 2013 - 19:38 - keine Kommentare

Russell Crowe übernimmt die Rolle des wohl berühmtesten Räubers Englands: Auf RTL läuft Ridley Scotts ambitionierte Version von „Robin Hood“, in der erzählt wird, wie er zu dem Mann wurde, der die Reichen bestiehlt, um das Geld den Armen zu geben.

Die Geschichte von Robin Hood wurde ungezählte Male verfilmt: Basierend auf alten Erzählungen des Wegelagerers und seiner Mannen entwickelte sich „A Gest of Robyn Hood“, eine Ballade, die seit über 500 Jahren weiterentwickelt wurde. Im Jahr 2010 hat Ridley Scott („Alien“, „Blade Runner“, „Gladiator“) gemeinsam mit Russell Crowe in der Titelrolle die Geschichte noch einmal aufgearbeitet: Robin Longstride befindet sich auf der Reise von den Kreuzzügen zurück nach England, wo er den Tod von Richard Löwenherz miterlebt, um dann in das politische Ränkespiel von Sir Godfrey (Mark Strong) und Prinz John (Oscar Isaac) zu geraten, die Identität von Robin Loxley anzunehmen und somit der Legende auf den Weg zu verhelfen.

Robin Hood von Ridley Scott: Ambitionierte, dunkle Abenteuer-Variation

Der postulierte Ansatz, in einer Vorgeschichte zum Robin-Hood-Mythos quasi die Geschichte des Mannes zu erzählen, der zur Legende wurde, ist natürlich ausgemachter Blödsinn: In seiner 2010er Fassung von Robin Hood macht Ridley Scott nichts anderes, als einige historische Charaktere aus dem dritten Kreuzzug mit manchen der bekannten Versatzstücke der „Gest of Robyn Hode“ und all den Ausschmückungen seit 1475 zu verbinden – vor allem Sir Walter Scotts „Ivanhoe“  –, um auf diese Weise eigentlich nur einen dreckigeren Kreuzzugs- und Mittelalter-Film zu drehen als Scotts eigener „Königreich der Himmel“.

Im Grundsatz bleibt dabei vor allem der nicht seit jeher vorhandene, aber heute dringend mit der Legende verbundene Aspekt des Kampfes gegen Usurpatoren, die den Thron Englands für sich wollen – unabhängig von den wirklichen politischen Verstrickungen zwischen Frankreich und den britischen Inseln, die dann doch etwas komplexer waren als in der Mär, die wieder einmal Johann Ohneland als finsteren Bösewicht darstellt, der letztlich sogar die Magna Charta verbrennt.

Russell Crowe in der Vorgeschichte der Legende

Die schwierige Situation, in die sich Ridley Scott hier manövriert, wird vor allem durch den dunkel-grimmig-dreckigen und historischen Ansatz selbst geschaffen: Während man weder damals noch heute Errol Flynn, Douglas Fairbanks oder Kevin Costner wirklich ernst nehmen konnte, dabei aber sehr unterhalten wurde, soll Russell Crowe nun als historisierende Autorität wahrgenommen werden – dummerweise stimmen in „Robin Hood“ nicht einmal die Jahreszahlen, ganz abgesehen von den wirklichen Begebenheiten um Richard Löwenherz.

Und so ist Ridley Scotts Film vor allem gewohnt bildgewaltig, politisch ambitioniert und auch eine durchaus interessante Variation, die sich aber ungeschickter Weise zu ernst nimmt. Am Sonntag, den 15. Dezember 2013 wird man das Abenteuer-Epos um 20.15 Uhr auf RTL sehen können.

Bild: (c) RTL

 
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