Tod von Nelson Mandela: Aktivist, Symbol und Anti-Apartheid-Legende ist tot

6. Dezember 2013 - 10:35 - keine Kommentare

Schon seit Juni 2013 bangte ganz Südafrika um Nelson Mandela, dessen Gesundheitszustand sich rapide verschlechterte. In einer Fernsehansprache hat Präsident Jacob Zuma nun verkündet, dass die Anti-Apartheid-Legende im Alter von 95 Jahren an den Folgen einer Lungenentzündung in Johannesburg gestorben ist.

Nelson Mandela war die wichtigste Person im Kampf gegen das Apartheid-Regime in Südafrika. Sein Durchhaltewille trotz 27-jähriger Haft und seine Fähigkeit, am Ende der diskriminierenden und tödlichen Politik der „National Party“ seit 1948 für Versöhnung zu sorgen, haben ihn zum Symbol für das Streben der südafrikanischen Gesellschaft nach Gemeinsamkeit gemacht. Nach dem Ende der Apartheid, nach seiner Haft, wurde er der erste schwarze Präsident des Landes, das ihn drei Jahrzehnte einsperrte, folterte und demütigte, bekam den Friedensnobelpreis und begann damit, sein Land wieder aufzubauen. Mit 95 Jahren hat der Menschenrechtler nun seinen letzten Kampf verloren und verstarb in Johannesburg infolge einer Lungenentzündung.

Nelson Mandela: Aktivist, Symbol und Anti-Apartheid-Legende ist tot

Sein eigentlicher Name war „Rolihlahla“, was in als „Unruhestifter“ gedeutet werden kann – und genau das tat Mandela zeitlebens. Schon während seines Jura-Studiums am „University College“ engagierte er sich für bessere Zustände und im Laufe der folgenden Jahrzehnte wurde er zu einem der wichtigsten Führer des African National Congress (ANC). Für seine Überzeugungen wurde er vor ein Gericht geschleift, vor dem er seine berühmte vierstündige Rede hielt, in der er den bewaffneten Kampf gegen die Minderheitenregierung rechtfertigte – in den nächsten fast dreißig Jahren wurde seine darauf basierende Haftstrafe stetig verlängert.

Während sich zu seinem 70sten Geburtstag 1988 beinahe 90 Interpreten ein großes Tribute-Konzert gaben und damit nicht nur auf die anhaltende Inhaftierung aufmerksam machten, sondern auch noch einmal den Druck auf die Apartheid-Regierung verstärkten, wurde er von konservativen Politikern in den 80ern wie Ronald Reagan und Margaret Thatcher als Terrorist bezeichnet.

Zwei Jahre später endete die Haft Nelson Mandelas, das Verbot des ANCs und letztlich auch die Zeit der Apartheid in Südafrika: Am 11. Februar 1990 wurde er aus dem Gefängnis entlassen und am gleichen Tag hielt er in Soweto eine Rede vor 120.000 Menschen, in der er bereits zur Aussöhnung mit dem Regime aufrief und daran appellierte, gemeinsam die Zukunft zu gestalten.

Erster schwarzer Präsident Südafrikas im Alter von 95 Jahren gestorben

1993 wurden Mandela und Frederik Willem de Klerk für ihre Bemühungen, die Rassentrennung aufzuheben, mit dem Friedensobelpreis ausgezeichnet, ein Jahr später konnte der Freiheitskämpfer zum ersten schwarzen Präsidenten Südafrikas gewählt werden, ein Amt, das er bis 1999 inne hatte. Auch im Ruhestand konnte der „Unruhestifter“ noch durch Reden und politisches Engagement auf sich aufmerksam machen und Entwicklungen, wie etwa dem Irak-Krieg, anprangern.

Am 05. Dezember 2013 verstarb Nelson Mandela: Der aktuelle südafrikanische Präsident Jacob Zuma gab dies in einer Fernsehansprache bekannt, in der er ihn als „größten Sohn“, als „Vater“ und als denjenigen bezeichnete, der die Nation zusammenführte. Mandela sei friedlich im Bett eingeschlafen.

Bild: Nelson Mandela von Paul Simpson, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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