Neu im Kino: Remakes von Oldboy und Carrie

5. Dezember 2013 - 08:30 - keine Kommentare

Kurz vor Nikolaus starten am 05. Dezember 2013 wieder eine Reihe von so interessanten wie anspruchsvollen Filmen, die ihre Themen auf sehr eigene Weise behandeln. Auffällig ist bei den Kinostarts der Woche die Vielzahl an außergewöhnlichen und gelungenen Remakes.

Ali Samadi Ahadi („Salami Aleikum“) hat eine turbulente und unverfrorene Komödie über den Nahostkonflikt geschaffen: In „45 Minuten bis Ramallah“ versuchen zwei Brüder (Karim Saleh, Navíd Akhavan) ihren toten Vater von Jersusalem ins Gebiet der Palästinenser zu bringen, damit er dort begraben werden kann – was eigentlich nur ein kurzer Abstecher werden sollte, wird zu einem überdrehten Road Trip.

Nat Faxon und Jim Rash widmen sich in „Ganz weit hinten“ dem Außenseiter Duncan (Liam James), der im Sommerurlaub mit seiner Patchwork-Familie (unter anderem Steve Carell in ungewohnter Rolle) versauert – bis er den Bademeister Owen (Sam Rockwell) kennenlernt, der ihm beibringt, das Leben leichter zu sehen. Der Coming-of-Age-Film zeichnet sich dabei nicht nur durch eine bittersüße Geschichte aus, sondern auch durch erstaunlich real-ambivalente Charaktere.

Neu im Kino am 05.12.2013:  Dokumentationen und Dramen

Pascal Plisson hat vier Kinder in entlegenen Gegenden aufgesucht, die sich mehrere Stunden „Auf dem Weg zur Schule“ befinden: In Marokko, in Indien, in Kenia und in Argentinien müssen sie teilweise täglich Gefahren überstehen, um für ein besseres Leben zu lernen und dieses Privileg auch nutzen zu können. Ein eindrucksvoller Dokumentarfilm, dessen Authentizität durch die Synchronisation etwas in Mitleidenschaft gezogen wird.

Für ihre Dokumentation „Eisheimat“ hat Heike Fink sechs der über 200 deutschen Frauen getroffen, die 1949 nach Island ausgewandert sind. Nach 80 Jahren in einem neuen Leben erzählen sie davon, von den guten und den schlechten Momenten und von den Erinnerungen an die alte Heimat.

Ethan und Joel Coen zeigen mit „Inside Llewyn Davis“ eine weitere Seite ihres wandlungsreichen Schaffens: Dieses Mal erzählen sie mit Oscar Isaac, Carey Mulligan, Justin Timberlake und John Goodman die lakonische Geschichte eines erfolglosen Folk-Sängers in den 60ern.

Bastian Günther hat mit Ulrich Tukur in der Hauptrolle mit „Houston“ eine beklemmende Studie eines alkoholkranken und verzweifelten Headhunters erstellt, der versucht, sein strauchelndes Geschäft zu retten, in dem er auf perfide Art einen Wirtschaftsmagnaten abzuwerben versucht. Ein Servicetester (Garret Dillahunt, „Raising Hope“) will ihm helfen, wird jedoch abgewiesen.

In „Venezianische Freundschaft“ erzählt Andrea Segre von der chinesischen Näherin Shun Li (Zhao Tao), die für die Mafia arbeitet und in Venedig den Fischer Bepi (Rade Serbedzija) kennenlernt. Er zeigt ihr eine andere Seite Italiens, doch die anderen Fischer und auch Shun Lis Auftraggeber ist diese Freundschaft ein Dorn im Auge.

Eine Kinowoche voller Remakes

Ausnahmeregisseur Spike Lee hat sich des Ausnahmefilms „Oldboy“ angenommen und ihn mit Josh Brolin neu verfilmt: Ein Mann wird 20 Jahre lang in einem Raum festgehalten und mit allem Lebensnotwendigen versorgt – jedoch ohne zu erfahren, warum. Als er urplötzlich freigelassen wird, begibt er sich auf die Suche nach der verstörenden Wahrheit und geht dabei über Leichen.

Carrie“ hat die Karriere von Stephen King ins Rollen gebracht und auch in der Filmversion von Brian De Palma mit Sissy Spacek und Piper Laurie für Furore gesorgt. Nun hat Kimberly Peirce ihre Neuverfilmung in die Kinos mit Chloë Grace Moretz und Julianne Moore als Update für die Facebook-Jugend gebracht und sich gleichzeitig zeitloser gibt. Dabei hat sich die „Boys don’t cry“-Regisseurin dichter an das Buch gehalten ohne sich aber zu weit von De Palmas Version zu entfernen.

Ken Scott drehte mit Vince Vaughn sein eigenes Remake: „Der Lieferheld – Unverhofft kommt oft“ basiert auf Scotts eigenem „Starbuck“. Als Aushilfslieferant David Wozniak vor vielen Jahren Samen spendete ahnte er nicht, dass er nun, da seine Freundin (Coby Smulders, „How I Met Your Mother“) schwanger ist, damit konfrontiert wird, bereits 533 Kinder in die Welt gesetzt zu haben. 142 von ihnen wollen ihren biologischen Vater kennenlernen und so beschließt er, sich für jedes von ihnen unerkannt zu engagieren.

 
Tags:
VN:F [1.9.18_1163]
0.0 / 5.0 - 0 Bewertungen
 
 

Hinterlasse eine Meinung zu: Neu im Kino: Remakes von Oldboy und Carrie

* Pflichtfeld - E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht!