Wie gut ist unser Spielzeug? Dokumentation im ZDF

26. November 2013 - 19:03 - 1 Kommentar

In Deutschland werden jährlich drei Milliarden Euro für Spielsachen aller Art ausgegeben und kurz vor Weihnachten werden sich die Verkäufe wieder ins Unermessliche steigern. Für die „ZDFzeit“ Doku-Reihe fragt Filmemacher Philipp Müller mit einigen Tests „Wie gut ist unser Spielzeug?“.

„Wie gut ist unser Spielzeug?“ versucht als Teil der „ZDFzeit“ Reihe, als Dokumentation und als Warentest sich dem Inhalt von Kinderzimmern auf aufklärerische Weise zu nähern und Elternsorgen zu erörtern. Qualitative Merkmale auf stofflicher Ebene wie auf pädagogischer, die Leistung von Spielsachen und die gebotenen Möglichkeiten zu lernen und verschiedene Theorien zu modernem Spielzeug sollen untersucht werden.

ZDFzeit Doku fragt: Wie gut ist unser Spielzeug?

Wie es offenbar in keiner Dokumentation über Spiele in jeglicher Hinsicht im deutschen Fernsehen anders sein darf, macht auch „Wie gut ist unser Spielzeug?“ schon von seiner Prämisse her den entscheidenden Kardinalsfehler: Auch dieser ZDF-Doku-Test geht davon aus, dass Spielzeug nicht nur in erster Linie, sondern ausschließlich für Kinder ist und vergisst dabei, dass der Mensch sein ganzes Leben über spielend lernt – und dass diese Idee nichts neues ist.

Wenn etwa bei einem Gehirn-Test bei Computerspielern erst einmal angenommen wird, dass dies schädlich ist, offenbaren sowohl die Filmemacher als auch die dahinterstehenden Wissenschaftler eine geradezu ärgerlich Naivität, über die auch das vermeintlich erstaunliche Ergebnis, dass Videospiele im Gegenteil die Hirnaktivität sogar verbessern – ein Umstand, der schon seit Jahren in unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen bekannt ist – nicht hinwegtäuschen kann.

Dazu gesellen sich die spätestens seit den 80ern immer wieder aufgegriffenen Fragen nach „pädagogisch wertvollem“ Spielzeug, das ökologisch doch so bemerkenswert ist und über das vergessen wird, das Kinder es in der Regel langweilig finden und die Sinne auch bei anderen Produkten angesprochen werden.

Spielsachen im Test in der Dokumentation

Dann wird es wieder panisch, wenn die Inhaltsstoffe untersucht werden, denn auch hier wird in schöner Regelmäßigkeit vermutet, dass das Kinderzimmer einer Sondermülldeponie gleicht. Philip Müller arbeitet sich in „Wie gut ist unser Spielzeug?“ im ZDF wirklich an allen hunderttausend Male gesehenen Aspekten ab, peppt diese mit Testberichten auf, bei denen dann Erwachsene mit fernlenkbaren Spielzeugautos auch herrlich albern wirken dürfen und würzt seine naive Fragestellung mit Schlagworten wie „digitale Demenz“, „Qualität“ und „Sicherheit“ ab.

Die „ZDFzeit“ Dokumentation läuft am 26. November 2013 um 20.15 Uhr.

Bild:Spielzeug von Christian Heindel, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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Kommentare zu Wie gut ist unser Spielzeug? Dokumentation im ZDF

Zu diesem Beitrag gibt es 1 Kommentar.

von Martina Pallas am 27. November 2013 - 15:43 Uhr

Gift unter Weihnachtsbaum
Die App „Giftfrei einkaufen“ hilft bei der Suche nach schadstofffreien Geschenken

München November 2013 – Weihnachtszeit ist Geschenkezeit. Kosmetikprodukte, Kleidung und besonders Spielzeug sind beliebte Gaben. Leider verstecken sich darin bedenkliche Chemikalien, die häufig nicht nur EU Grenzwerte überschreiten, sondern hochgradig gesundheitsschädlich sind.

Dies belegt leider auch die jüngste Untersuchung von Stiftung Warentest (Heft 12/2013). Von den 30 getesteten Holzspielzeugen konnte gerade einmal die Hälfte mit „befriedigend“ bzw. maximal mit „gut“ bewertet werden. Eine Diagnose: Viele Holzspielsachen enthalten zu viele Schadstoffe.

Unterstützung bei der Suche nach möglichst schadstofffreien Geschenken bietet die App „Giftfrei einkaufen“ von WECF. Wer vermeiden will,
dass Kinder mit Puppen, Kuscheltieren oder Spielzeug spielen, die z. B. Weichmacher enthalten,
Kleidung zu kaufen, die Schadstoffe direkt an die Haut abgibt wie z. B. bedruckte T-Shirts mit PVC Beschichtung oder Weichmacher in Siebdruckbildern,
dass Gesichtscremes und Parfums unter dem Weihnachtsbaum liegen, die hormonwirksame Substanzen (EDCs) wie Parabene, Konservierungsstoffe oder künstliche Duftstoffe enthalten und so den natürlichen Hormonhaushalt beeinflussen und Krankheiten hervorrufen können,
nutzt die App für den Check von Inhaltsstoffen von Produkten und für allgemeine Tipps zum schadstofffreien Einkauf. Die App kann kostenlos für Android Smartphones (Fitness und Gesundheit) und iPhone herunter geladen werden:

https://play.google.com/store/apps/details?id=net.appropo.nestbau und
https://itunes.apple.com/de/app/giftfrei-einkaufen/id681158181?mt=8

Weltweit nehmen u. a. Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes, Schilddrüsenerkrankungen, Allergien, Krebserkrankungen, neurologische Erkrankungen wie ADHS und Fruchtbarkeisstörungen zu, was nicht nur auf den Lebensstil oder die Genetik zurückgeführt werden kann. Chemische Substanzen, die sich auch in vielen Alltagsprodukten befinden, können eine Ursache sein. Hierbei bereiten Endokrine Disruptoren (EDCs), Stoffe die das Hormonsystem beeinflussen können, zunehmend Sorge. Dies bestätigt auch die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE). Sie unterstützt die Berlaymont Declaration, mit der führende Wissenschaftler(innen) von der EU einen besonderen Schutz vor Stoffen mit endokriner Wirkung fordern.

Pressekontakt Deutschland:
Martina Pallas pallastina7@gmail.com mob 0179 7840578
Alexandar Caterbow alexandra.caterbow@wecf.eu mob 0179 5244994

Hintergrundinformation
Die App ist im Rahmen des Projekts Nestbau von WECF, Women in Europe for a Common Future, entstanden und wird vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) und vom Umweltbundesamt UBA gefördert. Seit sieben Jahren informiert das in München ansässige Netzwerk von mehr als 150 Umwelt-, Gesundheits- und Frauenorganisationen in 50 Ländern über das Internetportal http://www.nestbau.info vor allem junge und werdende Eltern und alle, die mit Kindern und Schwangeren arbeiten, wie das direkte Umfeld von Kindern möglichst schadstofffrei gestaltet werden kann. Neben der App und dem Internetportal bietet WECF im Rahmen des Programms Informationsvorträge und Workshops für Kindertageseinrichtungen, Schulen, Hebammen und Gynäkolog(inn)en zum Thema Schadstoffe, deren Wirkung auf Umwelt und Gesundheit und Strategien zur Schadstoffvermeidung.
WECF ist offizieller Partner der UN Umweltprogramms UNEP.

Mehr Information finden Sie unter http://www.nestbau.info und http://www.wecf.eu;
http://www.wecf.eu/german/pressemeldungen/2013/weihnachtszeit-nestbau.php

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