30 Jahre Leben in Sklaverei: Londoner Polizei befreit drei Frauen

22. November 2013 - 12:23 - keine Kommentare

Aus einem Haus im Süden Londons wurden drei Frauen von der britischen Polizei befreit, die seit 30 Jahren dort als Sklavinnen gehalten wurden. Ein Paar im Alter von je 67 Jahren wurde festgenommen, die Ermittlungen durch Scotland Yard halten an.

Detective Inspector Kevin Hyland vom Menschenhandel-Dezernat beim Scotland Yard hält den aktuellen Fall für den größten, der je in London beobachtet wurde: Drei Frauen im Alter von 69, 57 und 30 Jahren wurden in einem Haus im Süden der britischen Hauptstadt über Jahrzehnte als Haussklaven und Arbeitskräfte missbraucht, bis sie durch die Hilfe der Organisation „Freedom Charity“ fliehen konnten – das jüngste Opfer soll nach Aussage der Ermittler ihr ganzes Leben in der Gefangenschaft verbracht haben. Die beiden mutmaßlichen Täter wurden verhaftet und gegen eine Kaution wieder auf freien Fuß gelassen. Bis zu einem Gerichtstermin im Januar müssen nun die Fakten zusammengetragen werden, was sich als schwierig erweist, da die Opfer schwer traumatisiert sind.

Sklaverei in London: Rettungsaktion für drei Frauen

Die Einzelheiten des Sklaverei-Falls in London können nur sehr mühsam aufgedeckt werden. DI Hyland betont die Arbeit von professionellen Psychologen, die die drei Frauen betreuen und dabei versuchen, so viele Informationen wie möglich zu bekommen. Demnach sei zum jetzigen Zeitpunkt nur klar, dass die drei Opfer nur sehr eingeschränkten Umgang mit der Außenwelt pflegen durften und nur in Begleitung das Haus verließen. Sie seien zur Hausarbeit gezwungen worden, hätten jedoch eigene Zimmer bezogen und hatten Zugang zu einem Fernseher.

Darin hatte eine von ihnen einen Bericht über die „Freedom Charity“ gesehen und versucht, telefonisch Kontakt aufzunehmen. Bei diesen Telefonaten habe erst einmal Vertrauen etabliert werden müssen, bis die Polizei eingreifen konnte. Der Detective Inspector gab an, dass die Frauen, die aus Malaysia, aus Irland und aus Großbritannien stammen, vermutlich nicht sexuell missbraucht wurden und ihnen eine Form „kontrollierter Freiheit“ gewährt wurde, wobei Scotland Yard noch ermittelt, was unter dieser Formulierung zu verstehen sei.

Die mutmaßlichen Täter wurden festgenommen und auf Kaution wieder freigelassen

Die drei Frauen konnten bereits am 25. Oktober 2013 aus dem Haus in einer penibel geplanten Aktion befreit werden. Die 57-jährige Irin hatte am 18. Oktober Kontakt zu Aneeta Prem von „Freedom Charity“ aufgenommen und die Umstände ihrer mindestens 30 Jahre andauernden Gefangenschaft geschildert. Die drei Frauen seien extrem eingeschüchtert worden und hätten Todesängste ausgestanden, heißt es in Medienberichten. Aneeta Prem kümmert sich mit ihrer Organisation in erster Linie um Zwangsheiraten und sagte über den Sklaverei-Verdacht in London, sie habe noch nie einen Fall dieser Ausmaße erlebt.

Bild:Scotland Yardvon DaveCrosby, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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