Selbständigkeit: Unternehmensneugründungen gehen bei Franchisenehmern zurück

18. November 2013 - 12:14 - keine Kommentare

Laut einer Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) ist die Bereitschaft, sich selbständig zu machen, rückläufig. Waren vor 13 Jahren noch beinahe die Hälfte der Befragten zur Geschäftsgründung bereit, so wird heute nur noch ein Drittel potentieller Selbständiger gezählt.

Im Jahr 2000, zur Hochphase der „New Economy“, der Start-Ups und der neuen Franchise-Geber, hat der Deutsche Industrie- und Handelskammertag eine 46-prozentige Zustimmung zur Möglichkeit der eigenen Geschäftsgründung ermittelt: Von ehemals fast der Hälfte ist nunmehr lediglich jeder Dritte bereit, sich in ein unsicheres Geschäftsfeld zu begeben, bei dem nicht nur voller Einsatz gefordert wird, sondern auch vielfach nicht kontrollierbare, äußere Faktoren für Erfolg oder Misserfolg sorgen. Laut einem Positionspapier des DIHK sollen vor allem Unternehmen, die aus Franchises setzen, rückläufig sein oder zumindest nicht ihr Potential ausschöpfen.

Unternehmensgründungen: Rückgang bei Franchisenehmern

Der Deutsche Franchise Verband (DFV) schätzt, dass 40 Prozent der Mitgliedsunternehmen nicht an die Wachstumsziele heranreichen werden. Die Möglichkeiten könnten in Deutschland nicht vollständig ausgenutzt werden und trotz gemeinsamen Gesamtumsätzen von 61 Milliarden Euro, die McDonald’s, Nordsee, Burger King und die anderen Franchise-Geber erwirtschaften, bleiben die 1.000 Firmen hinter den Erwartungen und Potentialen zurück, wie DFV-Geschäftsführer Torben Brodersen zu bedenken gibt.

73.000 Franchisenehmer wurden im vergangenen Jahr in Deutschland gezählt, man gehe aber davon aus, dass es auch gut 100.000 sein könnten, wenn das System stärker angenommen werden würde und die politischen Grundlagen gegeben wären: Brodersen, dessen Verband sich gemeinsam mit Unternehmern im „Franchise Matching Day“ dafür einsetzt, dass Interessenten mit den Franchisegebern zusammenkommen, erklärt, das System „minimiert das unternehmerische Risiko“ und lässt gleichzeitig die selbständigen Unternehmer eigenständig arbeiten, unterstützt von der Zentralverwaltung des jeweiligen Franchises.

Selbständigkeit: Entfallene Zuschüsse führen zu weniger Geschäftsgründungen

Diesen Montag beginnt auch die Gründerwoche Deutschland: Hierzu setzt sich die Centralvereinigung Deutscher Wirtschaftsverbände für Handelsvermittlung und Vertrieb (CDH) auch dafür ein, dass der stark eingeschränkte Gründungszuschuss durch die Arbeitsagentur wieder zurückgebracht wird: Innerhalb eines Jahres sank die Zahl der neugegründeten Unternehmen aus der Erwerbslosigkeit von 134.000 auf 20.000, da die staatliche Unterstützung und die Förderung der Selbständigkeit zu großen Teilen entfallen ist.

Bild:McDonald’s von dave_mcmt, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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