Strom mit Prepaid-Karte: Koalition erwägt Vorkasse-Verfahren

11. November 2013 - 13:22 - keine Kommentare

In einem Zeitungsinterview hat Mechthild Heil (CDU) als Leiterin der Arbeitsgruppe Verbraucherschutz in den Koalitionsverhandlungen zwischen der Union und den Sozialdemokraten eine Regelung vorgeschlagen, die ihrer Meinung nach Stromsperren vorsorgen soll: Mit einem Prepaid-Karten-System sollen Stromschulden eingedämmt werden können.

Die Anzahl der Haushalte, die ihre Stromrechnungen nicht mehr bezahlen können und denen entsprechend von den Energieversorgern der Strom abgestellt wird, nimmt beständig zu. Die künftige Große Koalition aus CDU und SPD glaubt, eine Lösung für das Problem zu haben: Anstelle von geringeren Stromkosten oder einer Neuregelung der Umlage aus dem Erneuerbare Energien Gesetz (EEG), schlägt die Arbeitsgruppe Verbraucherschutz unter Mechthild Heil und ihrem SPD-Kollegen Ulrich Kelber vor, die Stromzähler umrüsten zu lassen, um mit einem Vorkasse-Verfahren den Stromverbrauch zu koordinieren. Mit Prepaid-Karten, wie sie von Handys bekannt sind, sollen Kunden dann monatlich ihren Verbrauch aufladen können.

Große Koalition plant Prepaid-Karten für Stromzähler

Das Verfahren, Strom über Vorkasse zu bezahlen, würde ähnlich den für Handys verfügbaren Karten funktionieren: Verbraucher könnten gegen bestimmte Beträge ihre Karten aufladen und ihren Zähler so lange benutzen, bis ihr Kontingent aufgebraucht wäre. Auch eine Online-Aufladung soll angeboten werden, heißt es in Medienberichten.

Ulrich Kelber sieht darin eine Möglichkeit, dass Verbraucher „achtsamer und sparsamer“ mit ihrem Strom umgehen würden, Mechthild Heil betont, dass die Versorgungsunternehmen auf diese Weise die finanzielle Leistung erhielten und den Energiekunden nicht der Strom abgestellt werden müsse.

Die Arbeitsgruppe Verbraucherschutz sieht hierin eine Möglichkeit zu verhindern, dass sich Schulden über Monate aufbauen könnten. Die Umrüstung der Stromzähler auf Prepaid-Karten müsse derweil von den Verbrauchern getragen werden – Mechthild Heil will dafür eine 10-Jahres-Frist einräumen.

Arbeitsgruppen von CDU und SPD beschäftigen sich mit Stromschulden und Ökostrom-Förderung

Neben dem Verbraucherschutzgruppen-Vorschlag hat auch die Arbeitsgruppe Energie sich mit den Strompreisen und der Energieversorgung beschäftigt: Die Energiewende solle eine „bezahlbare Gestaltung“ erfahren, was vor allem durch eine Senkung der Windenergie-Förderung und die Halbierung von Windparks bis 2030 erreicht werden soll, wie in Zeitungsberichten erläutert wird.

Der CDU-Vorsitzende für Nordrhein-Westfalen, Armin Laschet, nannte die Ergebnisse einen „großen Wurf“, der helfen würde, die „Kostenexplosion in den Griff“ zu bekommen. Kritik wird vor allem von Seiten der Grünen angemeldet, die bemängeln, die Verhandlungspartner wollten „Atomkraftwerke durch klimazerstörende Kohlekraftwerke ersetzen“, wie Fraktionschef Anton Hofreiter in einem Zeitungsinterview sagte. Auch Vertreter der Industrie zeigten sich bestürzt über die Pläne, die Ökostromförderung in Form von Subventionen für energieintensive Unternehmen fallenzulassen.

Bild:Ökostrom von Rinaldo W., CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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