Blutgeld: ZDF-Fernsehfilm über den Blut-Aids-Skandal

28. Oktober 2013 - 19:11 - keine Kommentare

Das ZDF widmet dem Blutkonservenskandal am Anfang der 80er Jahre einen Fernsehfilm und eine Dokumentation, die im Anschluss läuft: „Blutgeld“ erzählt von drei Brüdern, die aufgrund ihrer Bluter-Erkrankung mit Konserven versorgt werden, dadurch aber mit HIV infiziert werden.

In den 1980er Jahren war das HI-Virus, seine Wirkung und die Möglichkeiten der Ansteckung noch ebenso wenig erforscht wie mögliche Heilmethoden. Während die Angst vor der Infizierung um sich griff, wurden vor allem zwei Bevölkerungsgruppen als typische, beinahe alleinige Opfer der Erkrankung identifiziert – man glaubte, wenn man nicht homosexuell oder drogensüchtig unter Verwendung von Spritzbestecken war, hätte man eine Ansteckung nicht zu befürchten. Der sogenannte „Blutskandal“ fügte der HIV-Angst eine neue Komponente hinzu: Kontaminierte Blutprodukte, wie etwa Blutkonserven oder ein Präparat für Hämophile, fanden trotz der bekannten Gefahren weiterhin Verwendung. Mit dem Fernsehfilm „Blutgeld“ und der anschließenden Dokumentation arbeitet das ZDF diesen Skandal auf.

Blutgeld: ZDF-Fernsehfilm über den Blut-Aids-Skandal

1993 wurde von einem Untersuchungsausschuss festgestellt, dass schon seit Anfang der 80er Jahre der Zusammenhang zwischen Blut und Blutprodukten und einer HIV-Infizierung bestand, und dass die wissenschaftlichen und technischen Mittel vorhanden waren, die in den benötigten Blutkonserven enthaltenen Viren durch Erhitzen inaktiv zu machen. Auch hätten infektionsgefährdete Personengruppen von Blutspenden ausgeschlossen werden können – all dies geschah nicht, da der Umsatz den Pharmaunternehmen wichtiger war, als die auf Blutprodukte angewiesenen Personen zu schützen.

In „Blutgeld“ wird diese wahre Geschichte anhand von fiktiven Personen erzählt: Drei Brüder sind Bluter und müssen sich vor jeder Gefahr vorsehen, denn schon die kleinste Wunde kann tödlich sein. Das Präparat „Faktor VIII“ erlaubt es ihnen in den 70ern weitgehend normal zu leben – doch die Blutkonserven hierfür werden mit dem HI-Virus verseucht und alle drei werden infiziert. Die Angst vor dem Ausbruch von Aids bestimmt nun ihr Leben ebenso wie ihre Hämophilie-Erkrankung, zumal mit der Immunschwäche-Krankheit in den 80ern die extreme soziale Ausgrenzung verbunden ist.

Dokumentation über den Blutskandal der 80er folgt auf den Fernsehfilm

Nach dem Fernsehfilm über den Contergan-Fall wird „Blutgeld“ nun den zweiten großen Medizin-Skandal in Deutschland aufarbeiten: Von 4.000 Blutern sind 1.846 mit HIV durch verunreinigte Blutkonserven infiziert worden, bis 1994 sind 423 von ihnen gestorben, bis heute hat sich ihre Zahl auf 750 erhöht. Noch immer wurde kein einziger der Verantwortlichen rechtlich belangt.

Die Idee zum Fernsehfilm wurde von einem der Betroffenen eingereicht, das Drehbuch schrieben Kai-Uwe Hasenheit, Regine Bielefeldt und René Heisig, der auch Regie führte. In den Hauptrollen überzeugen Max Riemelt, Lavinia Wilson, David Rott, Fabian Busch, Jürgen Tarrach und Heio von Stetten. Das ZDF strahlt „Blutgeld“ am Montag, den 28. Oktober 2013 um 20.15 Uhr aus, direkt im Anschluss folgt die Dokumentation.

Bild:Aids von PinkMoose, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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