Vitali Klitschko kandidiert für das Amt des Präsidenten in der Ukraine

25. Oktober 2013 - 11:46 - keine Kommentare

Vitali Klitschko ist nicht nur ehemaliger WBO-Weltmeister und amtierender Boxweltmeister der WBC, er engagiert sich auch politisch in seiner Heimat. Nun will der promovierte Sportwissenschaftler und Vorsitzender der UDAR auch bei der Präsidentschaftwahl in der Ukraine 2015 kandidieren.

Soziale Gerechtigkeit und demokratisches Engagement sind Vitali Klitschko mindestens ebenso wichtig, wie seine Siege im Boxring: Der beliebte und erfolgreiche Boxweltmeister tritt seit 2006 regelmäßig bei den Bürgermeisterwahlen von Kiew an, seit 2010 ist er der Vorsitzende der „Ukrajinskij demokratitschnij aljans sa reformy“, zu Deutsch „Ukrainische demokratische Allianz für Reformen“ und kurz „UDAR“, was übersetzt passenderweise „Schlag“ bedeutet. In dieser Instanz hat der Profi-Boxer und ältere Bruder von Wladimir Klitschko nun angekündigt, sich bei der 2015 stattfindenden Wahl des Präsidenten der Ukraine aufstellen zu lassen.

Präsidentschaftswahl in der Ukraine: Vitali Klitschko tritt an

Die UDAR war 2012 zur viertstärksten Partei in der Ukraine gewählt worden, während die Wahlen selbst mit Skepsis betrachtet wurden. Die „Partei der Regionen“, angeführt vom amtierenden Präsidenten Wiktor Janukowitsch, hatte vor kurzem versucht, ein Gesetz zu erlassen, das offenbar direkt darauf abzielt, eine Kandidatur Klitschkos zu verhindern: Demnach sollen nur Kandidaten für das Präsidentenamt in der Ukraine aufgestellt werden dürfen, die zehn Jahre lang vor der Wahl hier gelebt haben – Bürger, die ihre Steuern in einem anderen Land zahlen und sich dort auch dauerhaft aufhalten, sollen entsprechend nicht mehr als Einwohner gelten und nicht kandidieren dürfen.

Diese Punkte treffen auf Vitali Klitschko zu: Der 42-Jährige Sportler mit dem Spitznamen „Dr. Eisenfaust“, aufgrund seiner Promotion zum Thema „Sportbegabung und Talentförderung“, lebt in Deutschland und zahlt hier auch seine Steuern. Er sieht die Verabschiedung des Gesetzes als Versuch, ihn „zu erledigen“. Auch die Frontfrau der zweitstärksten „Vaterlandspartei“, Julija Timoschenko, hatte sich die Regierungspartei durch ihre Inhaftierung als Oppositionspolitikerin entledigt.

Boxweltmeister und Oppositionspolitiker will sich für die UDAR aufstellen lassen

Der Profi-Boxer und proeuropäische und prowestliche Politiker gab an, es gelänge der ukrainischen Regierung nicht, ihn „einzuschüchtern oder aufzuhalten“. Mit seiner Ankündigung wolle er „alle Spekulationen und Gerüchte ein für alle mal […] beenden“. Die Abgeordneten der UDAR, die im Parlament der Ukraine sich alle mit den gleichen T-Shirts angetan deutlich von den restlichen Fraktionen abhoben, begrüßten seine Entscheidung und seine Worte mit tosendem Applaus. In der Ukraine wird im März 2015 ein neuer Präsident gewählt.

Bild:Vitali Klitschko von Chatham House, London, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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