Karstadt-Streik am Freitag: Mitarbeiter wehren sich gegen fehlende Zukunftsperspektiven

24. Oktober 2013 - 10:17 - keine Kommentare

Die Karstadt-Mitarbeiter ziehen in den Arbeitskampf: Da das Management der Warenhauskette keine gesicherten Aussagen über die Zukunft und die Wiederaufnahme der Tarifbindung macht, wollen sie mit einem bundesweiten Streik, organisiert von der Gewerkschaft Ver.di, auf ihre Situation aufmerksam machen.

Während sich Karstadt im Fernsehen durch die Teilnahme an „Fashion Hero“ profiliert und sich die Warenhäuser über den gewaltigen Ansturm kaufwilliger Kunden freuen, die die in der Pro7-Show kreierten in großen Mengen abnehmen wollen, haben die Mitarbeiter der Kaufhäuser seit Monaten das gleiche Problem: Aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Situation von Karstadt ist man dazu übergegangen, nicht mehr nach Tarif zahlen zu wollen und zudem keine sicheren Perspektiven für die Zukunft bieten zu können. Die Gewerkschaft Ver.di hat daher die Karstadt-Mitarbeiter zu einem bundesweiten Streik aufgefordert, der am Freitagmorgen beginnen soll. In Berlin, Hamburg, Niedersachsen, Hessen, Baden-Württemberg und anderen Bundesländern soll so eine Entscheidung erwirkt werden.

Karstadt löst sich vom Tarif, Mitarbeiter streiken am Freitag

Die Warenhauskette Karstadt blickt auf mehr als 130 Jahre einer sehr wechselhaften Geschichte zurück und die letzten drei Jahre waren besonders spannend. Durch die Arcandor-Pleite war auch die Zukunft der Kaufhäuser ungewiss und damit die Jobsituation der hier angestellten. Der Verkauf an Nicolas Berggruen konnte das schlimmstmögliche Szenario noch einmal abgewendet werden, doch noch immer liegen die Nerven der Karstadt-Angestellten blank. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass die Geschäftsführung eine „Tarifpause“ einlegt.

Im Mai 2013 wurde angekündigt, die Mitarbeiter würden ihre aktuellen Bezüge weiterhin ausgezahlt bekommen, jedoch seien ihre Gehälter nicht mehr an die Tarifentwicklungen gebunden. Weder die Standortsituation noch eine Garantie auf Weiterbeschäftigung konnte bislang in Gesprächen mit dem Personalleiter Kai-Uwe Weitz ausgehandelt werden, als einzige Aussage kann eine vage Vorstellung, ab 2015 wieder in die Tarifbindung zurückkehren zu wollen, gelten.

Fehlende Zukunftsperspektiven bei der Kaufhaus-Kette

Sicherheit für die Karstadt-Mitarbeiter wird hierüber jedoch nicht erzeugt und zudem hat Nicolas Berggruen, dessen finanzieller Einsatz seit seiner Übernahme der angeschlagenen Warenhauskette bislang ausfiel, angegeben, die Mehrheitsanteile verkauft zu haben. Sie gehören nun René Benko, einem Immobilieninvestor aus Österreich.

Schon im Mai hatten Gewerkschaftsvertreter die Unsicherheit und die Auflösung der Bindung an die Tarife als „Skandal“ bezeichnet, während der Chef von Karstadt, Andrew Jennings vor den Folgen eines Streiks warnte, die „katastrophal“ ausfallen könnten. Am kommenden Freitag nun wollen die Mitarbeiter der Kaufhauskette nun dennoch ihren Unmut über fehlende, verbindliche Aussagen ihres Arbeitgebers ausdrücken. Eine Dauer des Streiks wurde von der Gewerkschaft Ver.di nicht angegeben.

Bild:Karstadt von Ting Chen, Wing, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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