US-Spionage: NSA soll Merkels Telefon abgehört haben

24. Oktober 2013 - 09:29 - keine Kommentare

Bundeskanzlerin Angela Merkel soll ebenfalls von der NSA-Abhöraffäre betroffen sein: In Medienberichten heißt es, ihr Mobiltelefon sei über Jahre hinweg angezapft worden. In einem Telefongespräch mit Präsident Barack Obama hat sie sich über diese Praktiken mit scharfen Worten beschwert.

Nach Frankreich, Brasilien und Mexiko ist nun in kurzer Folge der nächste Abhörskandal in Deutschland aufgetreten. Im Zuge von Recherchen des Magazins „Der Spiegel“, die auf Informationen von Edward Snowden basieren, haben der Bundesnachrichtendienst und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik überprüft, ob der US-Geheimdienst auf das Mobiltelefon der Bundeskanzlerin Angela Merkel zugegriffen haben könnte. Der Verdacht scheint sich insofern erhärtet zu haben, dass die Kanzlerin bei Präsident Barack Obama anrief, um ihm ihre Empörung darüber mitzuteilen, sollten die Verdächtigungen sich bewahrheiten.

NSA-Affäre: Merkels Handy soll angezapft worden sein

Nur zwei Tage nachdem bekannt wurde, dass die NSA in Frankreich tätig war und Präsident François Hollande sich gegenüber Barack Obama empörte, musste der US-Präsident ein weiteres unangenehmes Gespräch führen: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Obama direkt angerufen, um ihm deutlich mitzuteilen, dass sie es als schweren Vertrauensbruch bewerten würde, wenn sich die Verdächtigungen, der US-Geheimdienst habe ihr Telefon abgehört, bestätigten. Das Weiße Haus reagierte durch die Mitteilung des Sprechers Jay Carney, die USA würden das Handy der Kanzlerin nicht abhören und dies auch in Zukunft nicht tun – von der Vergangenheit war keine Rede.

Auf dem Höhepunkt der Diskussion um die Abhöraktionen der NSA, aufgedeckt durch den sogenannten „Whistleblower“ Edward Snowden, hatte Merkels Regierung noch versucht, die Aufregung in der Bevölkerung und der Opposition so gering wie möglich zu halten, Kanzleramtschef Ronald Pofalla (CDU) erklärte die Affäre für beendet, Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) war der Meinung, die Verdachtsmomente hätten sich zerstreut und die Bundeskanzlerin selbst fiel in erster Linie durch Zurückhaltung auf.

Scharfe Formulierungen der Bundeskanzlerin

Nun aber ist ihr eigenes Handy betroffen und die Reaktion der Kanzlerin fiel scharf formuliert aus: Regierungssprecher Steffen Seibert zitierte Merkel mit den Worten, sie „missbillige unmissverständlich“ diese „inakzeptablen“ Praktiken, die „unverzüglich unterbunden werden“ müssten. Während die US-Regierung erneut versucht, die Vorwürfe herunterzuspielen oder schlichtweg zu leugnen, weißt die Presse in den Vereinigten Staaten darauf hin, dass Obamas Regierung es sich durch die anhaltenden Enthüllungen in der NSA-Affäre mit den Allierten der USA verderbe – gerade in Bezug auf Deutschland als viertgrößte Ökonomie weltweit könnte dies schwerwiegende Folgen haben.

Bild:Angela Merkel von European People’s Party – EPP, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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