Jedermann Festspiele 2013 im Berliner Dom

17. Oktober 2013 - 07:33 - keine Kommentare

Im Berliner Dom werden wieder in der Inszenierung von Brigitte Grothum die „Jedermann Festspiele“ stattfinden: „Das Spiel vom Sterben des reichen Mannes“ von Hugo von Hofmannsthal ist ein Theaterhöhepunkt in der Hauptstadt, das durch die Besetzung und den besonderen Ort begeistert.

Seit 1987 ist es Brigitte Grothum gelungen, Berlin neben Salzburg als einen der wichtigsten, regelmäßigen Aufführungsorte für Hugo von Hofmannsthals „Jedermann. Das Spiel vom Sterben des reichen Mannes“ zu etablieren – hier wurde die moralische Tragödie 1911 erstmalig aufgeführt und hier werden seit 26 Jahren die „Jedermann Festspiele“ in verschiedenen Kirchen und mit Schauspielgrößen besetzt inszeniert. Vom ursprünglichen Aufführungsort in der Südsternkirche ist das Theaterstück in die Marienkirche und die Gethsemanekirche gezogen, um dann in der berühmten Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche seine angestammte Bühne zu finden. Bereits seit 1993 wird der Berliner Dom als Kulisse für das Mysterienspiel genutzt, während die Musik von Johann Bach als Untermalung genutzt wird.

Jedermann Festspiele im Berliner Dom: Inszeniert von Brigitte Grothum

Der reiche Jedermann steht in Hofmannsthals Stück stellvertretend für alle Menschen, die Gott nicht mehr ernst nehmen und sich auch den Mitmenschen gegenüber nicht gerecht verhalten. Als der Tod ihn aufsucht, versucht er, seine Bekannten als Zeuge für sich vor dem göttlichen Gericht zu gewinnen, doch er steht alleine da. Durch Einsicht in seinen Charakter und sein schlechtes Gewissen kann Jedermann jedoch letztlich auf die Gnade Gottes hoffen.

In Hugo von Hofmannsthals Tragödie, die sich an mittelalterlichen Vorlagen orientiert, werden allgemeine, menschliche Eigenschaften anhand von Personifizierungen abgehandelt – es treten keine Charaktere auf, die Figuren auf der Bühne im Berliner Dom bei den „Jedermann Festspielen“ stehen für abstrakte Allegorien, die sich im Stück zudem mit einer Kunstsprache zu einer Annäherung von Vergangenheit und Aktualität, Moral und Tugenden und Psychologisierung und Verallgemeinerung verbinden.

André Eisermann als Mammon und Jeanette Biedermann als Buhlschaft beim Berliner Jedermann

Auch in diesem Jahr hat Brigitte Grothum nicht nur die Regie übernommen, sondern wird auch die Rolle des „Glaubens“ übernehmen. Francis Fulton-Smith ist Jedermann, während André Eisermann als Mammon brilliert. Der Tod wird in diesem Jahr von Reiner Schöne gespielt, der Teufel von Peter Sattmann und wie schon seit langem wird Santiago Ziesmer – den meisten wohl durch seine prägnante Synchronstimme bekannt – als „Dünner Vetter“ auftreten. „Die Buhlschaft“ wird bei den aktuellen „Jedermann Festspielen“ im Berliner Dom von Jeanette Biedermann gespielt.

Brigitte Grothums „Jedermann Festspiele“ werden vom 17. bis zum 27. Oktober 2013 stattfinden. Karten gibt es zwischen 12 und 71 Euro.

Bild:Berliner Dom von Fuffel14, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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