Neue Notenbank-Chefin: Janet Yellen von Barack Obama vorgeschlagen

9. Oktober 2013 - 10:20 - keine Kommentare

Inmitten des Government Shutdowns, zu dem es durch einen Streit um die US-Haushaltsfinanzen kam, nominiert Präsident Barack Obama eine Nachfolgerin des Notenbank-Chefs Ben Bernanke: Der Senat muss nun die Fed-Vizepräsidentin Janet Yellen nur noch in ihrem neuen Amt bestätigen.

2010 hat Präsident Barack Obama die Ökonomie-Professorin von der Universität Berkeley zur Vizepräsidentin der Federal Reserve, der US-Notenbank, bestimmt und nicht erst seitdem hat sich die als eher unscheinbar bezeichnete 67-jährige als brillant in theoretischen Finanzdingen hervorgetan. Sie gilt als Expertin in den Bereichen Arbeitsmarkt und Inflation, als hoch diszipliniert und als perfektionistische Realistin. Nun wurde sie auch für den Posten den Notenbankchefs vorgeschlagen, nachdem Ben Bernanke nicht zum dritten Mal kandidieren wird. Damit hat sie sich vor allem gegen den deutlich auffälligeren Konkurrenten Lawrence „Larry“ Summers durchgesetzt.

US-Notenbank: Janet Yeller soll Ben Bernanke als Präsidentin ablösen

Summers hingegen wird als temperamentvoll beschrieben, lag allerdings in seinen Einschätzungen der Finanzsituationen des Öfteren daneben und machte mit kontroversen Aussagen von sich reden – weder die Demokraten noch die Republikaner hatten in der zuvor über die Postenvergabe geführten Diskussion ihm besonderes Interesse zukommen lassen. Noch gut konnten sich die Politiker daran erinnern, dass der Ex-Finanzminister Larry Summers in den 90ern für deregulierte Finanzmärkte und neuerdings für hohe Steuern und Konjunkturspritzen eintrat.

Yellen derweil hat sich nicht nur als Wissenschaftlerin einen Namen gemacht, sie war auch eine der wichtigsten Finanz- und Wirtschaftsberaterinnen von Bill Clinton. 2004 wurde sie dann zur Präsidentin der Notenbank von San Francisco ernannt, wo sie gemeinsam mit ihrem Ehemann, dem Nobelpreisträger George Akerlof, arbeitete, bis sie das Amt der Fed-Vizepräsidentin übernahm. Nun wurde sie als erste Frau im über hundertjährigen bestehen der US-Notenbank auch für deren oberstes Amt nominiert.

Erste Frau an der Spitze der Federal Reserve

Von ihrer Nominierung und der sehr wahrscheinlich folgenden Bestimmung zur Präsidentin der Federal Reserve Notenbank versprechen sich Beobachter vor allem, dass ihre bislang mit erstaunlicher Regelmäßigkeit eintreffenden Prognosen auch zu einer Geldpolitik führen, durch die die USA aus ihrer anhaltend schwierigen Position geholt werden kann. Als große Vertreterin des lockeren Umgangs mit dem Druck von Banknoten zur Zinsregulierung befürchten manche aber auch, sie könne die Inflation ungebührlich vorantreiben – tatsächlich sieht Janet Yellen hierfür keine Gefahr, scheut sich aber auch nicht vor den drohenden Konsequenzen, die sie für weniger schwerwiegend hält als problematische Wirtschaftsfaktoren und Arbeitslosigkeit.

Bild:Janet Yellen von International Monetary Fund, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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