EU-Roaming-Reform: Call-by-Call-Anbieter fürchten Geschäftseinbruch

7. Oktober 2013 - 12:17 - 1 Kommentar

Während die meisten Handy-Kunden über den beschlossenen Wegfall von Roaming-Gebühren bei Telefonaten ins Ausland jubilieren, sind die Mobilfunktunternehmen weitaus weniger angetan. Vielfach beschwören sie steigende Preise, um Verdienstausfälle aufzufangen – nun haben Call-by-Call-Anbieter in diesen Chor mit eingestimmt.

Der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) hat sich zu den Bestrebungen geäußert, sämtliche In- und Auslandsgespräche von Mobiltelefonen zum gleichen Tarif anzubieten: Für den VATM bedeutet dies eine massive, finanzielle Einschränkung der Anbieter von Call-by-Call-Services, die ihre Dienste als „Alternative zu den Auslandstarifen“ anböten und durch die EU-Reform, die das Roaming quasi abschaffen soll, nun in Mitleidenschaft genommen würden. Als zusätzliches Argument, das gegen die Roaming-Reform sprechen soll, werden die Kosten genannt, die auf Inlandsgespräche umgelegt werden müssten.

Call-by-Call-Anbieter befürchten sinkende Einnahmen durch EU-Reform

Ab dem ersten Juli 2014 dürfen sämtliche Anrufe aus dem Mobilfunknetz nicht mehr als neunzehn Cent kosten, zuzüglich der Mehrwertsteuer: Für die Roaming-Gebühren, bei denen nicht nur hohe Kosten für Auslandsgespräche für den Anrufer anfallen, sondern auch die angerufenen Teilnehmer Kosten übernehmen müssen, wenn sie sich im Ausland aufhalten, bedeutet diese EU-Reform nun das Aus und für die Mobilfunkunternehmen den Verlust von nicht zu verachtenden Einnahmen. Als erste Reaktion wurde bereits von ihnen darauf hingewiesen, dass diese Einnahmen nun aus anderen Quellen kommen müssten, was sich negativ auf die Telefonkunden auswirken würde.

In die gleiche Kerbe schlagen nun die Call-by-Call-Anbieter: Die Vorvorwahl-Services würden oftmals dazu verwendet, um günstige Tarife gerade für Telefonate ins Ausland zu nutzen – wenn dies nicht mehr nötig wäre, würden den Anbietern „Millionenkosten“ entgehen, die „auf Inlandsgespräche umverteilt werden müssen“, wie der Geschäftsführer des Verbandes  der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten Jürgen Grützner sagte.

VATM: Abschaffung der Roaming-Gebühren führt zu Verlusten bei Vorwahl-Services

Dabei betonte er auch, dass die bestehenden Call-by-Call-Vorwahlen schon jetzt besonders transparent seien, im Bezug auf die Auslandskosten, was bei Roaming-Gebühren nicht gegeben sei. Dadurch wäre die Mitteilung des VATM nicht als Rechtfertigung der hohen Kosten zu sehen, wird Grützner in Medienberichten zitiert. Derweil klagen etliche Nutzer der sogenannten „Sparvorwahlen“ schon jetzt, dass die Kosten höher als angenommen seien, wenn man nicht ständig die aktuellen Tarife der Anbieter im Auge hätte.

Bild:Roaming-Gebühren von Robert Agthe, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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Kommentare zu EU-Roaming-Reform: Call-by-Call-Anbieter fürchten Geschäftseinbruch

Zu diesem Beitrag gibt es 1 Kommentar.

von Sandro Julitz am 9. Oktober 2013 - 17:16 Uhr

Da sieht man mal wie die Lobby Mafia so tickt…
Warum beschweren sich die Callbycall Anbieter wenn Roaming wegfällt ?
Zu Gesprächen ins deutsche und ausländische Handy Netz ändert sich doch 2014 nichts.
Ausser das man (vielleicht) bei ankommenden Gesprächen im Ausland mit seinem Handy nichts mehr zahlt.
Wo ist hier das Problem,oder wurden oben genannte Anbieter an den Roaming Gebühren für ankommende Gespräche beteiligt ?

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