Angriff der Riesenhornissen: Über 40 Menschen sterben in China

6. Oktober 2013 - 09:03 - keine Kommentare

Die Provinz Shaanxi im Nordwesten Chinas wird derzeit von einer Hornissen-Plage heimgesucht: Über 1.600 Menschen sind in den Sommermonaten von ungewöhnlich großen und aggressiven Tieren angegriffen worden, 42 Menschen sollen durch allergische Reaktionen auf die giftigen Stichen bereits gestorben sein.

Mit einer Größe von 3,5 bis 5,5 Zentimetern sind sie etwa so lang wie ein Daumen: Asiatische Riesenhornissen können Spannbreiten ihrer Flügel von bis zu 8 Zentimetern aufweisen und gelten als verantwortlich für bis zu 50 Tode allein in Japan. In diesem Jahr weisen sie eine erstaunliche Aggressivität auf, der im nordwestlichen China seit Beginn des Sommers 1.640 bis 1.675 Menschen zum Opfer gefallen sein sollen. 42 von ihnen seien seit Juni an den Stichen gestorben, heißt es in Medienberichten, 206 sollen in Krankenhäuser eingeliefert worden sein, nachdem die großen Tiere sie vor allem bei der Feldarbeit angegriffen haben sollen. Auch Schulen seien von den Attacken betroffen gewesen.

Riesenhornissen in China: Mehr als 1.600 Opfer und 42 Todesfälle

Die Riesenhornisse, die als „Vespa mandarinia Smith“ 1852 entdeckt wurde und in Japan „Ōsuzumebachi“ (Spatzbiene) genannt wird, gilt gegenüber anderen Insekten, die Staaten bilden, als besonders aggressiv, Menschen beschreiben ihre Stiche als ausnehmend schmerzhaft. Zu Todesfällen kommt es eigentlich nur selten und dann durch die allergische Reaktion, die manche Gestochenen aufweisen. Experten rätseln, warum es derzeit zu besonders hohen Opferzahlen kommt.

Eine Theorie hat mit dem Bauboom in der Provinz Shaanxi und der Erweiterung der Städte, wie auch Ankang, in der allein 19 Menschen starben, zu tun: Da es immer weniger Vegetation gibt und die Menschen immer weiter in die angestammten Bereiche der Tiere vordringen, könnten sie nicht nur häufiger auftreten, sondern sich auch in ihrem Revier gestört fühlen. Eine andere Erklärung geht derweil auf die anhaltende Hitzewelle in China ein. Bei dem aktuellen Klima könnten sich die Insekten besonders gut fortpflanzen, fänden jedoch nur wenig Nahrung vor, weswegen wiederum von Menschen besiedelte Gebiete aufgesucht würden.

Klima und Bauboom fördern Aggressivität der Insekten

Hornissen reagieren auf Gerüche und auf besonders leuchtende Farben, auch kosmetische Inhaltsstoffe können reizend wirken. Behörden und Experten haben den Menschen in den betroffenen Gegenden daher geraten, langärmelige Kleidung zu tragen und nicht nach den Tieren zu schlagen, sollten sie angegriffen werden. Schulen und Bauern wurden im Sommer von den Riesenhornissen in Schwärmen attackiert, noch immer befinden sich 37 Patienten in einem kritischen Zustand.

Bild:Hornissen von Jäher & Sammler, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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