Wahl in Österreich: Große Koalition bleibt – FPÖ drittstärkste Partei

30. September 2013 - 09:52 - 1 Kommentar

Nach fünf Jahren wurde in Österreich am vergangenen Wochenende wieder der Nationalrat gewählt: Kanzler Werner Faymann kann trotz schlechtem Ergebnis für seine SPÖ und die konservative ÖVP die Große Koalition fortführen, doch die eigentlichen Gewinner sind die kleineren Parteien.

Mit 27,1 Prozent der Stimmen kann die SPÖ auf kein besonders glorreiches Ergebnis bei der Nationalratswahl in Österreich blicken: Ebenso wie ihrem Koalitionsparter ÖVP sind den Sozialdemokraten 2,2 Prozent abhanden gekommen. Die Konservativen gelangten mit lediglich 23,8 Prozent dennoch erneut auf den zweiten Platz, so dass die Große Koalition unter Werner Faymann auch in den kommenden fünf Jahren Bestand haben wird. Erstaunlicher als die Verschlechterungen bei den beiden großen Parteien sind dabei jedoch die Ergebnisse der kleineren, die sich im Wahlkampf vielfach einen nationalistischen, um nicht zu sagen rechten Anstrich verpasst haben.

Große Koalition nach Nationalratswahlen: SPÖ und ÖVP verlieren Wähler

Die FPÖ als „kleinere Partei“ zu bezeichnen, ist allerdings nicht angebracht: Am Wahlsonntag konnte die Freiheitliche Partei Österreichs auf 21,4 Prozent kommen – ihr um 3,9 Punkte verbessertes Ergebnis setzt sie auf den dritten Platz und nicht allzu weit von der ÖVP entfernt. Im Vorfeld der Wahl hatte die Partei, die von Jörg Haider in den 80er und 90er Jahren in besonderem Maße vorangebracht wurde, sich erneut in erster Linie mit aggressiven anti-ausländischen und anti-europäischen Parolen ihren Wahlkampf bestritten.

Die Nähe zum Rechtsextremismus der FPÖ ist gut dokumentiert, doch zur Nationalratswahl 2013 stand sie nicht als einzige rechtspopulistische Partei da: Auch die unter Haider gegründete Abspaltung von ihr, die BZÖ, hatte versucht, die Wählerstimmen über diese Wege zu bekommen, konnte mit 3,6 Prozent (nach dem erstaunlichen Ergebnis von 10,7 Prozent bei den letzten Wahlen 2008) nicht die Vierprozenthürde nehmen.

Rechtsruck bei Wahl in Österreich: FPÖ erzielt drittstärkstes Ergebnis

Anders erging es zwei Parteien, die sich gerade erst gegründet haben: Das Team Stronach, das von einigen Beobachtern mit Einschränkungen ebenfalls eher rechts angesiedelt ist, konnte bei seinem ersten Antritt zu einer Nationalratswahl 5,8 Prozent der Stimmen für sich beanspruchen. Und auch die NEOS, die zum liberalen Lager gerechnet werden, konnten sich mit 4,8 Punkten für Sitze im Parlament qualifizieren.

Der Nationalrat in Österreich wird 183 Mandate zu vergeben haben, nach den aktuellen Zahlen – bei denen die Auszählungen der Briefwahl-Stimmen noch nicht berücksichtigt sind – wird das SPÖ-ÖVP-Bündnis mit etwa 52 Prozent der Wählerstimmen 99 Sitze halten können, sieben mehr als für eine Mehrheit benötigt.

Bild:Werner Faymann von Werner Faymann, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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Kommentare zu Wahl in Österreich: Große Koalition bleibt – FPÖ drittstärkste Partei

Zu diesem Beitrag gibt es 1 Kommentar.

von CatS am 1. Oktober 2013 - 01:39 Uhr

Es ist kein Fehler, dass die FPÖ stärker geworden ist und hoffentlich die grosse Koalition nicht allzu großartig allein regeren kann. Aber warum werden die Parteien, die nach rechts d, immer als extrem und populistisch kritisiert? Es ist doch nicht falsch, auch auf die eigene Bevölkerung zu hören.
Dass Stronach die Todesstrafe fuer Berufskiller will,muss man auch nicht gleich so aufgeregt kommentieren, es ist ja ohnehin niemand dafür. Einige seine yIdeen sind durchaus interessant und hilfreich, werden aber nicht aufgegriffen werden.
Warten wir ab,was auf uns zu kommt; Erfreuliches
sicher nicht

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