Kinostarts der Woche (26.09.2013): 2 Guns oder Keinohrhase und Zweiohrküken

27. September 2013 - 08:00 - keine Kommentare

In der Kino-Woche, die mit neuen Filmen am 26. September 2013 startet, treffen Komödien auf Buchverfilmungen, Keinohrhasen auf Zweiohrküken und Dokumentationen auf Berlinale-Gewinner. Wirkliche Highlights lassen sich trotz Mark Wahlberg, Denzel Washington, Til Schweiger, Owen Wilson und Vince Vaughn kaum erkennen.

Baltasar Kormákur hat für „2 Guns“ das Buddy-Cop-Movie in seine Vita aufgenommen: Erneut hat er mit Mark Wahlberg gedreht, der hier gemeinsam mit Denzel Washington ein Drogen-Syndikat auffliegen lassen muss. Wie es sich für das Genre gehört, wird an Action und flotten Sprüchen nicht gespart, wenn die beiden Ermittler, die beide von ihren jeweiligen Vorgesetzten fallen gelassen wurden, erst lernen müssen, zusammenzuarbeiten, während sie von der Polizei ebenso gejagt werden, wie von den Gangstern.

Owen Wilson und Vince Vaughn haben mal wieder eine Kumpel-Komödie gemacht, in der sie sich in ihnen fremden Umgebungen zum Affen machen können. Dieses Mal werden sie als Vertreter von Uhren von John Goodman gefeuert und müssen nun als viel zu alte Praktikanten bei Google anheuern. „Prakti.com“ will unter der Regie von Shawn Levy Nerd-Kultur à la „Big Bang Theory“ mit Bro-Humor wie in „Die Hochzeits-Crasher“ verbinden, kommt aber einige Jahre zu spät dafür – und ist dazu auch eine reine Google-Werbeveranstaltung.

Kinostarts am 26.09.13: Buchverfilmungen aus Deutschland

Der Bestseller von Katharina Hagena, „Der Geschmack von Apfelkernen“, wurde Vivian Naefe hochkarätig besetzt – neben Hannah Herzsprung, Florian Stetter und Marie Bäumer gesellen sich Meret Becker, Matthias Habich und Thalia Neumann – als epische Familiengeschichte verfilmt, die sich an manchen Stellen poetisch gibt. Iris erbt das Landhaus ihrer Großmutter und erinnert sich bei ihrem Aufenthalt dort an ihre Jugend, an ihre Schwestern und Freundinnen, an Liebe und Geheimnisse. Die sinnliche Tiefe wird dabei nur selten getroffen und auch die assoziativen Aspekte bleiben dahinter zurück. Dafür sieht die Romanverfilmung aber sehr gut aus und sie schafft es auch, die Zuschauer zu bewegen, was maßgeblich an den schauspielerischen Leistungen liegt.

Basierend auf dem Kinderbuch, das wiederum auf den Charakteren seiner Erfolgsfilme basiert, hat Til Schweiger „Keinohrhase und Zweiohrküken“ als Animationsfilm gedreht: Der Hase ohne Ohren  findet ein Ei, aus dem ein Küken schlüpft, das dafür zwei Ohren hat. Es entwickelt sich eine ungewöhnliche Freundschaft und ein großes Abenteuer. Til Schweiger und seine Tochter Emma sprechen die Rollen, während auch Matthias Schweighöfer zu hören sein wird. Der Animationsfilm kommt auch in 3D in die Kinos.

Joachim „Die Wilden Kerle“ Masannek hat sich eine neue Sportart überlegt, die er seine Jugenddarsteller als Kinderfanatasie ausleben lassen kann: Für „V8 – Du willst der Beste sein“ steigen sie in selbstgebaute Rennwagen, um sich den Weg in die sagenhafte „Burg“ zu erkämpfen, während hölzerne Dialoge, eine gewohnt schlechte Dramaturgie und nur bedingt überzeugendes – weil maßlos übertriebenes – Schauspiel unter dem Dröhnen der Bolliden hervorlugen. Bevor überhaupt der Film in die Kinos kommt, hat man vorsichtshalber schon einmal mit der Produktion der Fortsetzung begonnen.

Dokumentationen und lakonische Komödien im Kino

Klaus Stanjek hat einen Dokumentarfilm über seinen Onkel Wilhelm Heckmann mit Ulrich Noethen und Hannelore Hoger gedreht: In „Klänge des Verschweigens“ will er die Geschichte des bisexuellen Unterhaltungsmusikers erzählen, der acht Jahre in den Konzentrationslagern der Nazis zubringen musste.

Wer sich fragte, was „Einsatz in 4 Wänden“ Moderatorin Tine Wittler so macht, wird durch die Dokumentation „Wer schön sein will, muss reisen“ informiert: Sie hat sich mit Regisseur René Schöttler nach Mauretanien aufgemacht, um herauszufinden, warum sich hier das Schönheitsideal eher im fülligen Raum bewegt. Ihr Reisebericht bleibt jedoch an der Oberfläche, reißt positive wie negative Aspekte der westafrikanischen Kultur nur an und rückt weniger die vorgestellten Personen und ihre Situationen, sondern Wittlers Eindrücke in den Vordergrund.

Stefan Hering hat mit „Abseitsfalle“ eine Ruhrpott-Komödie über das Dilemma einer jungen Frau abgeliefert, die, um ihre eigene Karriere anzukurbeln, 400 Mitarbeiter einer Waschmaschinenfabrik entlassen muss. Doch vor allem einer der Fußballer der Werksmannschaft gibt sich kämpferisch, um seinen Job zu behalten.

Paul Rudd ist nicht nur in brachialen Hollywood-Komödien zu sehen, manchmal verschlägt es ihn ins Independent-Fach. Gleiches gilt auch für Regisseur David Gordon Green, der mit ihm „Prince Avalanche“ drehte und dafür unter anderem den Silbernen Bären bei der Berlinale gewann: Die lakonische, tragikomische Geschichte von zwei Straßenarbeitern, die mitten im Wald Begrenzungssstriche ziehen müssen und sich dabei beinahe dauerhaft streiten, ist in ihrer Schlichtheit dramatisch und in ihrer Hoffnungslosigkeit geradezu schön.

 
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