JP Morgan Vergleich: 11 Milliarden Dollar für Hypothekengeschäfte

26. September 2013 - 11:59 - keine Kommentare

JP Morgan droht eine gewaltige Strafe, wenn die Ermittlungen gegen die Großbank aufgrund zwielichtiger Hypothekengeschäfte, die mit als Auslöser für die Finanzkrise gelten, zu Verhandlungen und Verurteilung führen. Mit einem Vergleich will man sich nun aus der Affäre ziehen.

Bundesbehörden und Generalstaatsanwälte aus mehreren US-Bundesstaaten haben die Geschäfte der größten Bank der Vereinigten Staaten im Visier: In den Jahren 2005 bis 2007 soll bei JP Morgan massiv mit Wertpapieren gehandelt worden sein, die mit Hypotheken belastet waren. Zu den äußerst umstrittenen Deals soll sich auch der Handel mit Immobilienkrediten gesellen – all dies wird zum Vorspiel der Finanzkrise gewertet, bei dem zunächst eine Immobilienblase ohne Rückhalte aufgebläht wurde und dann platzte. Nun will man sich bei JP Morgan um einen Vergleich bemühen, der ein Verfahren unnötig machen würde: 11 Milliarden US-Dollar sollen in Gesprächen mit Vertretern der Regierung angeboten worden sein.

Unsichere Hypothekengeschäfte: JP Morgan strebt Vergleich an

Das „Wall Street Journal“ und die Nachrichtenagentur Reuters zählen sieben Milliarden Dollar in bar, die von JP Morgan direkt gezahlt werden sollen, die restlichen vier Milliarden würden, falls der Vergleich angenommen wird, in Form von Finanzerleichterungen für die Kunden der Großbank bezahlt werden. Allein im ersten Quartal 2013 hat die Bank 13 Milliarden Dollar Gewinn gemacht, der Vergleichsbetrag bewegt sich also in einem für Banker, die mit deutlichen höheren Summen jonglieren, überschaubaren Rahmen.

Die JP Morgan Deals, die derzeit von einer ganzen Brigade an Ermittlern untersucht werden, beziehen sich größtenteils auf „Mortgage Backed Securities“: Wertpapiere werden durch Hypotheken gedeckt und verkauft, die Ratenzahlungen und Zinsen der Hausbesitzer werden dann zu gewaltigen und vor allem regelmäßigen Renditen für die Anleger – so denn die Eigentümer, die ihre Häuser abbezahlen auch weiterhin liquid sind. Durch das Platzen der Immobilienblase geschah jedoch genau das Gegenteil und mit einem Schlag wuchsen die Schulden aller Beteiligten ins Unermessliche. Die Staatsanwälte und Behörden wollen nun beweisen, dass die Großbank schon beim Verkauf wusste, dass die Kredite alles andere als gesichert waren.

Ermittlungen gegen Großbank: 11 Milliarden Dollar oder Zivilverfahren

Damit hätte sie nicht nur höchst riskant spekuliert, sondern auch die eigenen Kunden im Unwissen über dieses Risiko gelassen. Weitere Vorwürfe könnten folgen, denn derzeit wird neben dem Vergleich und dem damit verbundene Angebot von 11 Milliarden Dollar auch darüber verhandelt, welche Verfahren noch betroffen sein könnten. Im schlimmsten Fall für JP Morgan könnte ein Zivilverfahren angestrebt werden, während gleichzeitig auch weitere Vorwürfe wegen Manipulation und Korruption die US-Großbank beschäftigen.

Bild: JP Morgan von DragonFlyEye, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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