BlackBerry-Übernahme: Investorengruppe kauft Smartphone-Vorreiter

24. September 2013 - 11:37 - keine Kommentare

Eine Investorengruppe um die Fairfax Financial Holdings soll für den am Boden liegenden Handy-Hersteller und -Entwickler BlackBerry 4,7 Milliarden Dollar zahlen: Im Zuge dieser Übernahme sollen die Kanadier, die zuletzt eine Milliarde Verluste vermeldeten, auch das Geschäft an der Börse aufgeben.

Die Hiobsbotschaften reißen bei BlackBerry nicht ab: Nach einer Milliarde Dollar Verlusten im letzten Quartal, 4.500 entfallenden Stellen im Zuge der Sanierung und der Aufgabe des größten Teils der Produktpalette, hat sich nun ein Konsortium mehrerer Investoren gemeldet, das den ehemaligen Innovator auf dem Smartphone-Markt aufkaufen will. 4,7 Milliarden Dollar sollen gezahlt werden, um die Übernahme abzuschließen, in deren Zusammenhang die Firma aus Kanada auch von der Börse verschwinden soll. Hauptinvestor der Käufergruppe ist das Finanzunternehmen Fairfax, das bereits zehn Prozent der Anteile an BlackBerry hält.

BlackBerry: 4,7 Milliarden für angeschlagenes Handy-Unternehmen

Das kanadische Elektronik-Unternehmen BlackBerry, das mit den ersten Smartphones vor allem im Businessbereich vor Jahren als Vorreiter einer aufstrebenden Branche galt, muss seit einiger Zeit eine herbe Enttäuschung nach der nächsten erleben: Zunächst von der Konkurrenz des iPhones zum Nischenprodukt abgedrängt und anschließend von den Nachzüglern rund um Samsung und Sony übervorteilt, musste die Firma mit Sitz in Waterloo, Ontario, zuletzt tiefrote Zahlen schreiben. Eine Umstrukturierung mit massenhaften Entlassungen und einer neuen Ausrichtung wurde beschlossen.

Besonderes Augenmerk verdient bei der nun beschlossenen Übernahme, die der Verwaltungsrat von BlackBerry bereits abgesegnet hat, die Rolle der Fairfax Financial Holdings: Prem Watsa, Chef des Finanzunternehmens, war bis vor kurzem noch Verwaltungsratsmitglied beim Ex-Smartphone-Innovator und besitzt daher hervorragende Kenntnis über die Vorgänge und die Finanzsituation bei BlackBerry.

Mit in Medienberichten geschätzten 900 Millionen Dollar für die bisher gekauften Aktien musste Fairfax jüngst einen gewaltigen Wertverlust hinnehmen: Der Kurs fiel auf 10,52 Dollar, so dass der Gesamtwert des Fairfax-Anteils auf nur noch 462 Millionen Dollar geschätzt wird. Prem Watsa bot neun Dollar pro BlackBerry-Aktie, um die Firma aufkaufen und von der Börse nehmen zu können.

Fairfax will Smartphone-Vorreiter aufkaufen

Für Fairfax bieten sich mehrere finanziell äußerst positive Möglichkeiten hieraus: Sollten andere interessierte Investoren mehr als die gebotenen neun Dollar für die Aktien zahlen wollen, könnten durch eine Storno-Klausel im mit BlackBerry vereinbarten „Letter of Intent“ über 150 Millionen Dollar neben dem Verkaufspreis für die von Watsa gehaltenen Aktien gemacht werden. Hierzu gesellen sich 2,6 Milliarden Dollar, über die die kanadische Firma in bar verfügen soll, und Einnahmen aus Patenten, die zwischen zwei und drei Milliarden Dollar betragen könnten.

Innerhalb der nächsten sechs Wochen will die Investorengruppe um Fairfax die Bücher von BlackBerry prüfen, bis der Kauf abgeschlossen werden soll.

Bild:Blackberry von Prepayasyougo, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
VN:F [1.9.18_1163]
0.0 / 5.0 - 0 Bewertungen
 
 

Hinterlasse eine Meinung zu: BlackBerry-Übernahme: Investorengruppe kauft Smartphone-Vorreiter

* Pflichtfeld - E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht!