Horst Seehofer schließt Koalition mit der Alternative für Deutschland aus

21. September 2013 - 07:37 - 1 Kommentar

Kurz nach der Landtagswahl in Bayern und wenige Tage vor der Bundestagswahl 2013 hat der alte und neue Ministerpräsident des Freistaates, Horst Seehofer, in einem Zeitungsinterview klare Stellung zur „Alternative für Deutschland“, möglichen Koalitionen und der Leihstimmenkampagne der FDP bezogen.

Gerade wurde Horst Seehofer in seinem Amt als bayerischer Ministerpräsident bestätigt, da muss der CSU-Vorsitzende sich schon mit dem nächsten Urnengang beschäftigen: Wenn am kommenden Sonntag die Wähler zur Bundestagswahl 2013 abstimmen, hofft er auf eine Fortsetzung des schwarz-gelben Regierungsbündnisses und hat sich in einem Interview mit der Tageszeitung „Die Welt“ auch über andere mögliche Wahlausgänge geäußert. Gerade in Bezug auf die Chancen „Alternative für Deutschland“ auf einen Einzug in den Bundestag hat er eine klare Meinung abgegeben.

Horst Seehofer räumt der AfD keine Chancen ein

Horst Seehofer glaubt nicht daran, dass die AfD über die Fünfprozenthürde kommt: Das „ausreichende liberale Wählerpotential“ für die FDP scheint ihm hoch genug zu sein, um nicht nur die bisherige Regierungskoalition beizubehalten, sondern auch die Partei unter dem Vorsitzenden Bernd Lucke, deren Ziele er mit der „faktischen Abschaffung“ des Euro beschreibt, aus dem Bundestag zu halten. Die CDU/CSU Fraktion zumindest würde unter keinen Umständen mit der neuen Partei koalieren, denn laut dem Ministerpräsidenten wäre es „verantwortungslos“, sich auf die „Anti-Euro-Parolen“ einzulassen.

Sein Vertrauen gelte der amtierenden Bundeskanzlerin Angela Merkel dabei, deutsche Interessen zu vertreten und die Stabilität des Euro zu garantieren. Eine Rückkehr zur D-Mark wäre für ihn gleichbedeutend mit einer „wirtschaftlichen Katastrophe“. Zudem ist sich Horst Seehofer sicher, dass ein Einzug der AfD in den Bundestag – derzeitige Umfragen bescheinigen zumindest das Potential hierzu – zwangsläufig dazu führen würde, dass sich die beiden großen Parteien CDU und SPD in einer Großen Koalition zusammenschließen würden. Dies würde jedoch „nicht automatisch große Probleme lösen“, wie schon der letzte Versuch gezeigt habe.

CDU/CSU warnt vor Leihstimmenkampagne der FDP

Bei der bayerischen Landtagswahl ist die AfD nicht angetreten, am Sonntag, dem 22. September 2013, wird sie es jedoch bei der Bundestagswahl versuchen. Für den CSU-Vorsitzenden Horst Seehofer bedeutet dies auch, dass die FDP, will sie weiterhin Teil der Regierung sein, ihr eigenes Stimmenpotential aktivieren müsse: In Bayern hatten die Liberalen schon versucht, Leihstimmen von potentiellen CSU-Wählern zu bekommen und musste mit dieser Strategie eine gewaltige Schlappe und den Auszug aus dem Landtag hinnehmen. Ebenso wie Bundeskanzlerin Merkel widerstrebt ihm eine solche Kampagne für den kommenden Sonntag – er beschwört die Erst- und die Zweitstimme für die Union.

Bild:Horst Seehofer von Michael Panse, CC BY – bearbeitet von borlife.

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Kommentare zu Horst Seehofer schließt Koalition mit der Alternative für Deutschland aus

Zu diesem Beitrag gibt es 1 Kommentar.

von Uso am 22. September 2013 - 12:06 Uhr

Es geht nicht nur um Deutschland, verpasste Wiedervereinigung, auch um Europa, dessen Währung und Arbeitsmarkt, und die Welt, zentrale Überwachung durch NSA. Alles hängt unmittelbar zusammen. Linke,AfD und Piraten haben Chancen, auch in Zukunft.

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