Deutschland ungerecht? Was Wähler ändern würden in der ARD

16. September 2013 - 18:45 - 1 Kommentar

Johanna Wahl, Kai Diezenmann, Hanspeter Michel und Claus Hanischdörfer haben sich im Vorfeld der Bundestagswahl 2013 mit den Sorgen der Wähler beschäftigt: In der ARD wird die Doku „Deutschland ungerecht? Was Wähler ändern würden“ exemplarisch an sechs Geschichten davon erzählen.

Ist „Deutschland ungerecht? Was Wähler ändern würden“ untersucht eine ARD-Dokumentation, die  wenige Tage vor der Bundestagswahl sich sechs aktuelle Leben in der Bundesrepublik ansieht, um aufzuzeigen, wo Wähler Handlungsbedarf für die Politik sehen. Unterstützt durch Umfrageergebnisse, die von infrateste dimap geliefert werden, haben Johanna Wahl, Kai Diezenmann, Hanspeter Michel und Claus Hanischdörfer versucht, Fragen zu beantworten und die Ansprüche der Parteien und der Wähler an soziale Gerechtigkeit zu untersuchen.

Deutschland ungerecht? Dokumentation in der ARD

Die wahrgenommene Ungerechtigkeit zieht sich durch alle Schichten und wird in allen Bundesländern bemängelt: Die Kluft zwischen arm und reich, die Sorge um die Altersvorsorge, medizinische Versorgung und die Angst, trotz regelmäßiger Arbeit sein Leben nicht bestreiten zu können, treibt eine Vielzahl von Wählerinnen und Wählern um – so sehr, dass im Wahlkampf in diesem Jahr die sozialen Themen parteienübergreifend überwiegen. Die exemplarisch ausgewählten Geschichten sollen Wahrnehmung und Realität miteinander in Einklang bringen.

So wird eine alleinerziehende Mutter von sechs Kindern in Mönchengladbach in ihrer täglichen Lebensbewältigung ebenso vorgestellt, wie eine Magdeburger Rentnerin, die zu ihrer Rente putzen gehen muss. Ihre ein Leben lang erarbeitete Altersversorgung reicht nicht, um ihren Lebensabend angemessen zu finanzieren und ihre Tochter bezweifelt, dass sie überhaupt jemals eine Rente bekommen wird.

Mit einem ähnlichen Problem wird eine Altenpflegerin im Schwarzwald konfrontiert: Nicht nur, dass sich ihr Gehalt für eine der wichtigsten Aufgaben der Gesellschaft nur spärlich bezahlt wird, auf ihr lastet auch der Druck, für die Pflege immer weniger Zeit zu haben und immer weniger Tätigkeiten dabei ausüben zu dürfen, da die Kosten nicht übernommen werden.

Kurz vor der Bundestagswahl: Was Wähler ändern würden

Kosteneinsparungen sind auch im Fleischerei-Gewerbe keine Seltenheit: Lohndumping und ein kreativer Umgang mit den Einstellungen führen an den Tariflöhnen vorbei und sorgen für eine prekäre Lage trotz Arbeitsverhältnisses. In anderen Unternehmen hingegen geht es den Eigentümern schlecht: Einem Familienbetrieb droht das Aus, wenn es zu den angedachten Steuerreformen kommt. Und auch außerhalb der Arbeitsstelle müssen Wähler einiges einstecken: In Hamburg ist eine junge Frau seit Monaten auf Wohnungssuche, kann aber nichts finden, was ihrem Budget entspricht.

„Deutschland ungerecht? Was Wähler ändern würden“ läuft am Montag, den 16. September 2013 in der ARD um 20.15 Uhr. Direkt im Anschluss diskutiert Frank Plasberg in „Hart aber fair“ über die in der Dokumentation aufgeworfenen Fragen.

Bild:Ärzte von tuev-sued, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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Kommentare zu Deutschland ungerecht? Was Wähler ändern würden in der ARD

Zu diesem Beitrag gibt es 1 Kommentar.

von Grit Gäbler am 16. September 2013 - 21:19 Uhr

Gern würde ich 2300 Euro in der Pflege verdienen, ich verdiene 1560!!!!! Euro Brutto als Fachkraft. Ich bin seit 1986 Krankenschwester und arbeite seit 1992 in der Altenpflege und verdiene wie im ersten Satz gesagt. Was ich ändern würde?
ORDENTLICHE ARBEITSBEDINGUNGEN, DAS HEISST: FÜR ARBEIT EINEN ANSTÄNDIGEN LOHN,URLAUB LAUT TARIF, NICHT 24 WERKTAGE! FÜR 365 TAGE IM JAHR UND TEILDIENST AM WOCHENENDE UND FEIERTAGE. ICH ERHALTE EINEN DIENSTPLAN, DEN WIR AM 15. DES MONATS ALS VORPLANER ERHALTEN UND WENN ICH GLÜCK HABE AM 1. DES LAUFENDEN MONATS ALS BINDEND, ERHALTE. DANACH PLANE ICH MEIN
PRIVATLEBEN.
WIR HABEN RUFBEREITSCHAFT AB 16 UHR BIS NÄCHSTEN TAG 8 UHR, FÜR EINE STUNDE GUTSCHRIFT AUF UNSER ARBEITSZEITKONTO, WIR MÜSSEN ANRUFEN , TÄGLICH, WENN RUFBEREITSCHAFT, ANSONSTEN FREITAGS, UM DIENSTPLAN ABZUGLEICHEN, WIR WERDEN NICHT GEFRAGT, WENN JEMAND KRANK WIRD, UM EINZUSPRINGEN, ES WIRD VON DER PDL BESTIMMT. DIE FLUKTRATION IST SO HOCH,STÄNDIG GEHEN UND KOMMEN MITARBEITER .Bei uns werden Mitarbeiter als Betreuungskräfte eingestellt, die als Dauernachtwache arbeiten, einen Nachtzuschlag von 0 bis 4 Uhr erhalten, die Nachtschicht geht von 21 bis 7 Uhr! Die meisten werden bezuschußt vom AA, auch die Pflegehelfer.
Noch mal: Für Arbeit anständige Bezahlung und Urlaub und Arbeitsbedingungen!
Mir kommt es vor, das Arbeitgeber tun und lassen können, was sie wollen, der Arbeitnehmer hat kein Chance, er kann ja kündigen, es gibt ja genug Arbeitsplätze in der Pflege.
Hab ich ein Glück, dass ich TD habe, also keine Zeit zum Wählen!

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