Bundestagswahlen 2013: FDP startet Zweitstimmen-Kampagne

16. September 2013 - 10:09 - 1 Kommentar

Bei der Landtagswahl in Bayern hat die CSU erneut ihr Spitzenergebnis erreichen können – ihrem Koalitionspartner FDP erging es weniger gut: Sie ist um fast 5 Prozent auf gerade einmal 3,3 abgerutscht. Zur Bundestagswahl haben die Liberalen nun eine Zweitstimmen-Kampagne gestartet.

Die CSU hat sich wieder einmal als Regierungspartei in Bayern bestätigen können: Mit 47,7 Prozent hat sie bei der Landtagswahl 2013 ihr letztes Ergebnis um 4 Prozent steigern können. Auch die SPD hat um 2 Punkte gewonnen und kam auf 20,6 Prozent – Wählerstimmen, die der FDP massiv fehlen. Denn mit lediglich 3,3 Prozent hat sie bei der Wahl nicht den Einzug in den Landestag geschafft und in Hinblick auf die Bundestagswahl 2013, die am kommenden Sonntag begangen wird, macht man sich im liberalen Lager berechtigte Sorgen: Die Parteigrößen haben daher zu einer Kampagne aufgerufen, durch die die Zweitstimmen der Wähler aktiviert werden sollen.

FDP will Zweitstimmen nach Bayern-Debakel

Generalsekretär Patrick Döring rief dazu auf, die bestehende Koalition aus CDU und FDP durch den gezielten Einsatz der Zweitstimme für die Liberalen zu unterstützen und die Erststimme der Union zu geben, um die aktuellen Regierungsparteien beizubehalten. Auch der Parteivorsitzende Philipp Rösler wies darauf hin, dass eine rot-rot-grüne Koalition auch entgegen anderslautender Angaben der SPD und der Grünen drohe, wenn die Prozente für die FDP zu gering ausfielen: Die drei Parteien könnten gemeinsam die Punkte für die Union und die Liberalen übertreffen.

FDP-Vize Holger Zastrow erinnerte an die Landtagswahl in Niedersachsen: Im vergangenen Januar war massiv um die Zweitstimmen geworben worden, um den Wählern die Gefahr bewusst zu machen, die von einem Fehlen der Liberalen im Landtag ausginge. In diesem Fall wurde die Abwanderung zur FDP aber auch mit herben Verlusten der CDU goutiert, weshalb es nicht zur regierungsbildenden Koalition kommen konnte.

CDU lehnt Leihstimmen-Kampagne ab

Vor einem ähnlichen Effekt warnen die Christdemokraten selbst: Sowohl der CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe als auch Umweltminister Peter Altmaier betonten die Notwendigkeit, beide Stimmen ihrer Partei zu geben, wenn man will, dass Angela Merkel Bundeskanzlerin bleibt. Schleswig-Holsteins Vorsitzender der FDP-Fraktion Wolfgang Kubicki sieht dies jedoch anders. Er will zum einen nicht nur als Anhängsel der Union gesehen werden, sondern eigene Schwerpunkte setzen, und zum anderen will er in den kommenden Tagen vermitteln, dass es sinnvoll ist, die beiden Stimmen zur Bundestagswahl 2013 aufzuteilen, „wenn man die bürgerliche Koalition an der Regierung halten will“, wie er gegenüber der „Leipziger Volkszeitung“ betonte.

Am 22. September 2013 wird man mit zwei Stimmen über die Parteienverteilung im Bundestag und somit auch über die Besetzung des Bundeskanzleramts abstimmen.

Bild:Philipp Rösler von Medienmagazin Pro, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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Kommentare zu Bundestagswahlen 2013: FDP startet Zweitstimmen-Kampagne

Zu diesem Beitrag gibt es 1 Kommentar.

von reiner tiroch am 16. September 2013 - 11:19 Uhr

mit 5 Mio 2. Stimmen kommen dieselben gesichter wieder daher? ach wie schön. für was geht man denn dann noch Wählen?

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