Bundesagentur für Arbeit: 1,62 Millionen Kinder leben in Hartz-IV-Haushalten

14. September 2013 - 07:44 - keine Kommentare

Die Bundesagentur für Arbeit hat 1,62 Millionen Kinder ermittelt, die in einem durch die Grundsicherung für Arbeitsuchende unterstützten Haushalt leben – auf alle Kinder in Deutschland gerechnet ergibt dies 15 Prozent, die de facto von Hartz IV leben.

In einer Broschüre hat die Arbeitsagentur die Quote der Kinder in Hartz-IV-Haushalten bekannt gegeben: Unter 15 Jahre alte Jugendliche leben demnach zu 15 Prozent im Bezug zu allen Kindern in der Bevölkerung unter der sogenannten Grundsicherung für Arbeitsuchende. Dieser Satz habe sich im Vergleich zu 2011 nicht geändert, während im vergangenen Jahr rund die Hälfte jener Kinder bei einem alleinerziehenden Elternteil lebte. Mit 39,4 Prozent liegt der Anteil der Alleinerziehenden innerhalb der Empfänger des Arbeitslosengeld II besonders hoch.

15 Prozent aller Kinder in Deutschland bekommen Unterstützung aus der Grundsicherung

In Nordrhein-Westfalen, dem Bundesland mit der höchsten Bevölkerungsdichte, ist entsprechend die Quote besonders groß: 17,9 Prozent der Kinder leben hier in Haushalten, die Hartz IV beziehen, womit der Durchschnitt in der Bundesrepublik um fast drei Prozent überschritten wird. Überragt wird dieses Ergebnis nur noch von Berlin, dafür aber um beinahe das Doppelte: In der Hauptstadt wurden 34,3 Prozent unter allen Kindern ermittelt, die in Familien leben, die von der Arbeitsuchenden-Grundsicherung erfasst sind.

An den weiteren Stellen kommen einige der Bundesländer im Osten Deutschlands, sowie die anderen beiden großen Stadtstaaten, Bremen und Hamburg, jedoch auch das Saarland. Währenddessen werden für bayerische Kinder und jene aus Baden-Württemberg unter zehn Prozent ermittelt, die von den Hilfsgeldern leben müssen.

Während sich die Beschäftigtenzahlen auf 42 Millionen erhöhten und die Arbeitslosenquote um 300.000 absank, bleibt die Quote der Kinder, die von der Bundesagentur für Arbeit erfasst wurden nahezu gleich – die BA mutmaßt, dass die besondere Situation von Alleinerziehenden es schwerer für sie macht, einen Weg aus der Arbeitslosigkeit zu finden, weshalb die prozentuale Verteilung der unter 15-jährigen sich seit 2011 kaum verändert hat.

Bundesagentur für Arbeit: Vor allem Alleinerziehende betroffen

Dies zeige sich allerdings auch bei einem Vergleich zwischen Paaren mit und jenen ohne Kinder: 7,2 Prozent der erstgenannten würde laut der Arbeitsagentur auf Hilfsleistungen angewiesen sein, lediglich 3,7 Prozent der Paare, die keine Kinder haben, müssten diese Leistungen beziehen. Andererseits seien Paare mit Kindern innerhalb der Gemengelage der Hartz-IV-beziehenden Haushalte seltener betroffen, hieß es.

Der Vorstand der Bundesagentur Heinrich Alt wandte sich an die Unternehmen, damit diese Arbeitszeitmodelle anböten, die es Alleinerziehenden ermöglicht, ihrer Arbeit und ihren Familienpflichten nachzugehen.

Bild: Arbeitsagentur von Moe, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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