Vodafone kauft Kabel Deutschland Aktien auf: 75 Prozent der Aktionäre haben verkauft

13. September 2013 - 10:56 - 1 Kommentar

Dreiviertel der Aktien von Kabel Deutschland wurden gleichzeitig aufgekauft: Mit einem ambitionierten Angebot hat Vodafone es kurz vor Ablauf der Annahmefrist geschafft, die Aktionäre zum Verkauf des größten Telekom-Konkurrenten zu bewegen und sich somit als harter Gegner auf dem Kabelnetzmarkt aufzustellen.

Das britische Unternehmen Vodafone hatte sich eine anspruchsvolle Aufgabe gestellt, die nun im letzten Moment erfolgreich ausgeführt werden konnte: Mit einem Gesamtangebot von 87 Euro pro Aktie sollten drei Viertel der Aktien von Kabel Deutschland aufgekauft werden – nach Hoffen und Bangen bis zur letzten Minute am Mittwoch um Mitternacht, konnte die Mindestabnahmeschwelle überschritten werden. Nun steht der Übernahme von Kabel Deutschland durch Vodafone nur noch die Prüfung der EU-Kommission im Wege, die den Aktienkauf im großen Stil nach Wettbewerbsgesichtspunkten bewerten muss.

Kabel Deutschland Übernahme: Vodafone kauft dreiviertel der Aktien

Kabel Deutschland bietet ein hervorragend ausgebautes Netz und Geschwindigkeiten, von denen der größte Konkurrent hierzulande, die Deutsche Telekom, nur träumen kann – 8,5 Millionen Haushalte versorgt der Anbieter mit Internet-Diensten, Telefon-Anschlüssen und Fernsehangeboten. Der Kauf von 75 Prozent der Aktien bedeutet für Vodafone, auf einen Schlag sich wettbewerbsfähig gegen die Telekom aufstellen zu können ohne dafür übertrieben große Summen zahlen zu müssen. 7,7 Milliarden Euro soll Vodafone ausgegeben haben, 130 Milliarden hatte man alleine aus den Anteilsverkäufen von Verizon Wireless bekommen.

Zeitweilig sah es aber nicht gut aus für den Deal zwischen Vodafone und den Kabel Deutschland Aktionären: Zu wenige von ihnen zeigten großes Interesse an einem Verkauf für 84,50 Euro pro Aktie plus 2,50 Euro Dividende – zwei Tage vor Ablauf des selbstgesteckten Ziels wurde überlegt, ob der Großkauf der Aktien nicht doch eingestellt werden sollte. Als schwierig wurde auch der Hedgefonds „Elliot“ gewertet: Paul Singer, ein Investor, dessen Bekanntheit darauf basiert, dass er in Unternehmen einsteigt, deren Übernahme bald ansteht, hatte 10 Prozent an Kabel Deutschland auf diese Weise erst in den vergangenen Wochen erworben.

7,7 Milliarden Euro für Telekom-Konkurrent

Letztlich konnte das Ruder jedoch noch einmal herumgerissen werden und Vodafone konnte verkünden, die 75 Prozent erreicht zu haben. Am 16. September 2013 will das britische Unternehmen genaue Auskünfte über die Aktienanzahl und die ausgegebenen Summen machen. Zudem haben Aktionäre noch ab dem 17. September Zeit, während einer Nachfrist, die bis zum 30. September läuft, ihre Aktienpakete ebenfalls zu verkaufen, sollten sie sich hierzu entscheiden.

Bild:Roaming-Gebühren von Robert Agthe, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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Kommentare zu Vodafone kauft Kabel Deutschland Aktien auf: 75 Prozent der Aktionäre haben verkauft

Zu diesem Beitrag gibt es 1 Kommentar.

von Uso am 13. September 2013 - 17:54 Uhr

Bundeskartellamt nicht zu verstehen
innere Sicherheit und Privatssphäre noch stärker gefährdet. Man holt sich den Datendieb ins Haus.

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