Renten in Griechenland: Kürzungen um bis zu 30 Prozent erwartet

12. September 2013 - 10:49 - keine Kommentare

Die Wirtschaftskrise in Griechenland wird nach Einschätzung des Präsidenten der Staatsbediensteten der öffentlichen Rentenkassen, Thanasis Kapotas, eine weitere Ausprägung erfahren: In einem Radio-Interview sagte er, dass die griechische Rentner schon bald mit Kürzungen zwischen 10 und 30 Prozent rechnen müssten.

Die anhaltende Finanzkrise hat der griechischen Wirtschaft auf vielen Ebenen geschadet und der durch die EU geforderte Sparkurs der Regierung unter Premierminister Andonis Samaras hat vor allem die Bevölkerung getroffen: Eine Arbeitslosenrate von 28 Prozent, Massenentlassungen, weniger Löhne und somit auch weniger Umsatz für den Einzelhandel sorgen für fortdauernde Missstimmung. Und diese Aufzählung könnte nun durch Rentenkürzungen von gewaltigen Ausmaßen ergänzt werden: Thanasis Kapotas, Präsident der Staatsbediensteten der öffentlichen Rentenkassen, prophezeit basierend auf diesen Faktoren für Rentner einschneidende Veränderungen.

Griechenlands Rentenkasse steht vor dem Kollaps

Das Durchschnittsalter für den Renteneintritt liegt in Griechenland bei 61,5 Jahren und den griechischen Pensionären wird ebenfalls im Schnitt ein Anspruch von 82 Prozent des Einkommens angerechnet. Eine Situation, die sich ab demnächst ändern könnte, wie Kapotas im Radio-Sender „Skai“ mutmaßte. Er geht von Rentenkürzungen in einer Höhe von mindestens zehn Prozent aus, während er selbst 30 Prozent noch für wahrscheinlich hält. Den Grund sieht Kapotas in den schwindenden und zum Teil gänzlich fehlenden Einzahlungen in die Rentenkasse: Durch die hohe Arbeitslosigkeit bliebe auch ein beachtlicher Betrag ungezahlt, während auch gerade Selbständige und Händler durch geringe Aufträge und Verkäufe keine Mittel zur Verfügung hätten, um in die Rente einzuzahlen.

Besonders aber die Schwarzarbeit macht der Rentenkasse in Griechenland zu schaffen: Ebenfalls durch die Wirtschaftskrise würden viele Griechen Arbeit annehmen, für die sie nicht versichert werden – vor allem die Gastronomie-Bereiche, die Hotellerie und die Landwirtschaft würde vornehmlich Schwarzarbeiter beschäftigen, wie das Arbeitsministerium in einer Studie im vergangenen Sommer herausfand. Demnach sollen 35 Prozent aller griechischen Arbeitnehmer ohne Anmeldung, ohne Sozialversicherung und eben auch ohne Einzahlungen in die Rentenkasse beschäftigt sein.

Schwarzarbeit und Arbeitslosigkeit könnten zu Rentenkürzungen führen

Allein sechs Milliarden Euro sollen somit durch Schwarzarbeit in der Rentenkasse fehlen. Jeder zweite Freiberufler habe laut Thanasis Kapotas nicht die Möglichkeit, für die eigene Rente aufzukommen und im Zuge der Reformen in Griechenland sollen 150.000 Stellen sollen im öffentlichen Dienst abgebaut werden, wodurch noch einmal mehr Beiträge entfallen werden. Die Bediensteten der Rentenkassen haben ab Montag einen fünftägigen Streik angekündigt, um auf diese Missstände hinzuweisen und Druck auf die Regierung und ihr Sparprogramm auszuüben.

Bild:Griechenland von Konstantinos Dafalias, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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