Wahlkampf 2013: Auftakt zum Endspurt der CDU in Düsseldorf

9. September 2013 - 08:42 - keine Kommentare

Genau zwei Wochen vor der Bundestagswahl 2013 hat die CDU im Düsseldorfer ISS-Dome ihre Wähler zusammengerufen, um den Endspurt des Wahlkampfes einzuleiten: Nach einem zunächst niedrigen Anmeldestand, hat Angela Merkel vor rund 7.000 Anhängern betont, die Wahl sei noch nicht gewonnen.

Mit 7.000 von 13.400 möglichen Besuchern war der ISS-Dome in Düsseldorf zur groß angelegten CDU-Wahlkampf-Tagung zwar nur zur Hälfte gefüllt, doch zumindest konnten noch etwa 2.000 Wähler mehr als ursprünglich angemeldet aktiviert werden, um dem Endspurt-Auftakt Angela Merkels zur Bundestagswahl 2013 beizuwohnen. Eine der Hauptaussagen der amtierenden Kanzlerin war entsprechend auch der Aufruf an die Anhänger, die Wahl noch nicht als gewonnen anzusehen und am 22. September 2013 den Gang zur Urne ernst zu nehmen. Der ganz auf Merkel zugeschnittene Wahlkampf scheint derzeit ein etwas blasseres Bild der Partei aufzuzeigen.

Wahlkampf in Düsseldorf: Angela Merkel rechtfertigt Entscheidung gegen G20-Resolution

Gerade in Bezug auf die letzten Wochen hat Merkel auch allen Grund dazu, ihre Wähler noch einmal ins Gebet zu nehmen: Die SPD konnte nach dem TV-Duell der Amtsinhaberin mit dem Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück leicht zulegen, wenn die CDU-Werte auch nach wie vor beinahe unerreichbar scheinen und die persönliche Zustimmung zu Merkel ebenfalls kaum abgenommen hat. Hinzu gesellt sich die als internationale Schlappe wahrgenommene Unterzeichnung der Syrien-Erklärung von US-Präsident Barack Obama, die von den großen europäischer Staaten auf dem G20 Gipfel in St. Petersburg vorgenommen wurde, nachdem Merkel abgereist war.

Gepaart mit dem erstarkenden Eindruck, die Politik der Kanzlerin sei ausschließlich auf Aussitzen ausgerichtet, während der Wahlkampf der CDU Inhalte vermissen lässt und lediglich auf die Person Merkels zugeschnitten ist, wird vielfach im erst verspäteten Unterzeichnen weniger ein unumstößlicher Standpunkt der Bundeskanzlerin gesehen, als vielmehr die geschrumpfte Bedeutung der deutschen Politik auf europäischer Ebene – Italien, Frankreich, Großbritannien und Spanien haben die Erklärung Obamas, es erfordere eine „entschiedene internationale Antwort“ in Bezug auf die Giftgasangriffe bei Damaskus, auch trotz der Einwände der Kanzlerin unterschrieben und um zu zeigen, dass man Deutschlands Zustimmung hierbei nicht braucht, dies demonstrativ nach ihrer Abreise getan.

CDU/CSU demonstriert Geschlossenheit zur Bundestagswahl 2013

Auf diesen Punkt ging Angela Merkel am Sonntag bei der Wahlkampf-Veranstaltung der CDU im ISS-Dome besonders ausführlich ein: Bevor man die Erklärung unterzeichnen wollte, sei eine „gemeinsame Position“ der 28 EU-Mitgliedstaaten gesucht worden – die Unterschrift wurde rund 24 Stunden später auch von den anderen 24 geleistet. CSU-Chef Horst Seehofer, mit dem die Kanzlerin derzeit erneut über den Vorschlag einer Pkw-Maut für ausländische Autofahrer streitet, unterstützte die Veranstaltung und war voll des Lobes für die Amtsinhaberin.

Angela Merkel betonte mehrfach, die Wähler der CDU sollten sich nicht in Sicherheit wiegen in Bezug zum Ausgang der Bundestagswahl 2013. Hierzu warnte sie vor einem Linksbündnis aus SPD, den Grünen und der Linken: Auch wenn die aktuellen Umfragewerte und die durch die Forschungsinstitute ermittelte Wählermeinungen zu verschiedenen Themen verstärkt in Richtung einer großen Koalition zu neigen scheinen, betonte sie noch einmal den Wunsch nach einer Fortführung des schwarz-gelben Koalitionsbündnisses mit der FDP.

Bild:Angela Merkel von dulhunk, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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