Exportzahlen: Wirtschaft rechnet mit Überschuss in Rekordhöhe

7. September 2013 - 08:01 - keine Kommentare

Das Ifo-Institut – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München e. V. hat sich die Konjunkturentwicklung der Weltwirtschaft angesehen und prognostiziert für die deutschen Exportzahlen bis zum Ende des Jahres einen Überschuss gewaltigen Ausmaßes: 200 Milliarden Euro sollen mehr eingenommen werden.

Das Ifo-Institut hat Rekordzahlen für die Exportwirtschaft Deutschlands ermittelt: Nachdem schon in den ersten beiden Quartalen 2013 die Überschüsse von 96 Milliarden Euro zu 7,2 Prozent des Bruttoinlandsproduktes ausmachten, glaubt die Forschungseinrichtung in München nun, dass auch im zweiten Halbjahr deutsche Waren so gut ins Ausland verkauft werden, dass die Rekordmarke von 200 Milliarden Euro an Überschüssen erreicht werden könnten. Schwierig wird dies nur in Anbetracht der EU-Richtlinien für Wachstum und Stabilität: Wenn die Exportleistung über einen längeren Zeitraum 6 Prozent des jeweiligen BIP übersteigt, könnte das wirtschaftliche und finanzielle Gleichgewicht empfindlich gestört werden und eine weitere Krise drohen.

Ifo-Institut: Exportwirtschaft rechnet mit Überschuss von 200 Milliarden Euro

Dies könnte mit einer Mahnung durch die EU geahndet werden. Länder, die selbst nicht viel produzieren, müssen auf Exporteure zurückgreifen, die sie mit Waren beliefern und in dieser Situation hat sich die deutsche Wirtschaft gut erholt – die Nachfrage aus dem Ausland ist massiv gestiegen. Dabei stehen die europäischen Staaten und die USA wie gehabt an erster Stelle der Kundschaft: Sie gehören zu den größten Abnehmern der Unternehmen aus Deutschland, müssen jedoch in vielen Fällen neue Schulden aufnehmen, um die Ware als Importe auch bezahlen zu können.

Auf diese Weise steht der Export mit seinen Überschüssen in direktem Zusammenhang mit den Defiziten anderer Länder und begünstigt eben auch eine potentielle Krisensituation – wenn die Schulden, die für den Kauf aufgenommen werden mussten, nicht mehr bezahlt werden können, bleiben auch weitere Käufe aus und die Verkäufe und somit die Produktion stagniert. Ebenso ist hiervon der Arbeitsmarkt betroffen, denn weniger Arbeitnehmer können selbst auch weniger Geld ausgeben.

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Dieser Binnenmarkt bleibt in den Einschätzungen des Internationalen Währungsfonds und der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) auch weiterhin ein schwieriger Punkt in Deutschland: Die Nachfrage im eigenen Land sollte angeregt werden, etwa durch höhere Löhne, um das prekäre Wirtschaftsgleichgewicht trotz der hohen Exportüberschüsse beizubehalten.

Mit dem größtenteils auf dem Warenhandel basierenden Überschuss von umgerechneten 238 Milliarden US-Dollar in den beiden vorangegangenen Jahren hat Deutschland die Exportleistung von China mit 193 Milliarden und Saudi-Arabien mit 165 Milliarden überflügelt. Auch in diesem Jahr wird von Ifo-Institut fest mit einem Rekordüberschuss gerechnet.

Bild:Export von Sam Beebe, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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