Aktuelle Wahlumfragen: Die Grünen sinken in Werten ab

6. September 2013 - 08:44 - keine Kommentare

Innerhalb weniger Wochen sind die Grünen kurz vor der Bundestagswahl 2013 in ihren Umfragewerten von einmal 15 Prozent auf aktuelle 10 Prozent abgestürzt: Während man sich fragen kann, was die Wählergunst geschmälert hat, zeigt sich die Parteispitze weiterhin selbstbewusst.

Bislang war Bündnis 90/Die Grünen die drittstärkste Partei, die zur Bundestagswahl 2013 antritt: Prozentual beinahe in der Mitte zwischen der SPD – die weiterhin schlechte Umfrageergebnisse weit unter der CDU kassiert – und der FDP – als koalierende Mitregierungspartei lange Zeit davon bedroht, nicht in den Bundestag einziehen zu können – gelegen, konnten sich Jürgen Trittin und Katrin Göring-Eckardt als Spitzenkandidaten sicher sein, mit den Wählerstimmen für ihre Partei einen wesentlichen Beitrag zur kommenden Regierung liefern zu können, egal wie die letztliche Verteilung aussehen wird. Doch nun sind die Umfragewerte der Grünen auf 10 Prozent gefallen und hier wie in der SPD sollte man sich Sorgen machen.

Umfrage zur Bundestagswahl: Werte der Grünen sinken

Genau dies wird allerdings nicht nach Außen vermittelt: Winfried Kretschmann, Ministerpräsident in Baden-Württemberg, wird vom Magazin „Der Spiegel“ mit der Aussage zitiert, man könne keine Politik machen, ohne manche zu verschrecken. Jürgen Trittin gibt sich gelassen abwartend und bei einem Treffen zwischen der Grünen-Spitze und jener der SPD hat man vermitteln wollen, dass es auch etwas mehr als zwei Wochen vor der Bundestagswahl noch möglich ist, verlorenen Boden wieder wett zu machen.

Dies könnte sich jedoch gerade in der Kombination SPD/Grüne als schwierig gestalten: Die letzte Legislaturperiode der beiden Parteien ist den meisten Wählern in erster Linie durch die Einführung von Hartz IV und die Absegnung von Kriegseinsätzen in Erinnerung – ausgesprochen untypische Entscheidungen für eine Partei, die in den 80ern für maximale soziale Gerechtigkeit und Pazifismus stand.

An dieser Stelle erkennen Beobachter jedoch einige der Hauptprobleme, mit denen die Grünen ausgerechnet kurz vor der Wahl konfrontiert werden: Die öffentliche Einschätzung der Wähler stammt in der Tat noch aus den 80ern und etliche der damals wesentlichen Themen, zuerst wäre Ökologie zu nennen, wurde mittlerweile von anderen Parteien, nicht zuletzt der CDU, aufgegriffen, während die Grünen das Thema schleifen lassen. Auch die Debatte um eine Offenheit gegenüber Pädophilen-Gruppen in dem Gründungsjahrzehnt hat in den letzten Wochen einiges an Wählersympathie gekostet.

Wahlkampf: Unbequeme Themen schmälern Wählergunst

„Bevormundung“ scheint das Schlagwort jener zu sein, die sich von den Grünen nicht vertreten sehen, „Enttäuschung“ könnte sich hinzugesellen. Die plötzlich auf frühere Werte gesunkenen Umfragewerte deuten zumindest darauf hin, dass die Partei innerhalb kurzer Zeit das bürgerliche Wählerspektrum vergräzt hat: Die Grünen sind nicht erst zu dieser Wahl in der linken Mitte angekommen, doch zuletzt konnten verstärkt jene Wähler angesprochen werden, denen die wirtschaftliche Ausrichtung der SPD nicht mehr ins eigene Wahlkonzept passte – die Diskussion um Steuerreformen, die die Kassen füllen und gleichzeitig die Wähler entlasten sollen, haben sicherlich auch zur aktuellen Abwendung geführt.

Doch in der Tat sind es noch beinahe zwei Wochen bis zur Bundestagswahl 2013 und nicht nur in den Umfragen, sondern spätestens an der Wahlurne kann sich einiges für die Grünen ändern.

Bild:Jürgen Trittin von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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