Nokia Smartphones: Microsoft kauft Kerngeschäft auf

3. September 2013 - 08:52 - 1 Kommentar

Nokia will seine Smartphone-Produktion an Microsoft abgeben: Das einstige Kerngeschäft des Unternehmens aus Finnland war in den letzten Jahren der Konkurrenz durch Apple und Android-Geräte nicht mehr gewachsen, nun will die Windows-Firma diesen Bereich für über 5 Milliarden Euro aufkaufen.

Einst war Nokia einer der großen Spieler auf dem Handy-Markt, wenn nicht gar der Größte: Kaum ein Haushalt fand sich vor nur wenigen Jahren, in dem sich nicht wenigstens ein Gerät des finnischen Unternehmens befand. Doch spätestens seit dem Advent der Smartphones ist der Stern des Elektronikherstellers kontinuierlich gesunken, Apples iPhone, Samsungs Galaxy-Reihe oder den Android-Endgeräten von Google oder Sony konnte man nicht viel entgegen setzen. Nun hat man sich in Espoo dazu entschieden, sich vollständig vom ursprünglichen Kerngeschäft zu trennen und sich ausschließlich um die Netzwerke zu kümmern: Microsoft, die mit ihrem Windows Phone bislang ebenfalls nicht in der gleichen Liga mitspielten wie ihre Konkurrenten, hat beschlossen, den Handy- und Smartphone-Bereich den Finnen abzunehmen.

Microsoft kauft Nokia auf: Über 5 Milliarden für Handy- und Smartphone-Bereich

Noch ist der Deal nicht durch: Sowohl die Wettbewerbshüter als auch die Aktionäre müssen der Transaktion noch zustimmen, bei der im Frühjahr 2014 3,79 Milliarden Euro von Microsoft an Nokia für deren Hauptgeschäft gezahlt werden sollen. Dies soll dann alle angebotenen Dienste und auch die Geräte mit einschließen, Patente und Lizenzen werden für weitere 1,65 Milliarden Euro eingekauft. Die Aktionäre von Nokia sollen bei einer außerordentlichen Hauptversammlung, die für den 19. November 2013 anberaumt wurde, zu einer Entscheidung kommen. Von den mit der Aufsicht solcher Geschäftsabschlüsse betrauten Behörden wird ein Urteil bis spätestens Ende März nächsten Jahres erwartet.

Microsoft CEO Steve Ballmer hatte sich bislang gegen eine Übernahme Nokias ausgesprochen: Die beiden Konzerne arbeiten seit 2011 eng zusammen, doch Ballmer hatte die Höhe der Übernahmegelder bis hierhin als zu gewaltig eingeschätzt. Der CEO hatte erst vor Kurzem angekündigt, sein Amt binnen Jahresfrist aufgeben zu wollen, die nun beschlossene Nokia-Übernahme durch Microsoft kann mutmaßlich auch in diesem Zusammenhang gesehen werden.

Konzentration auf Netzwerke: Nokia will Ausrichtung ändern

Neben der Abgabe des eigentlichen Kerngeschäfts mit Handys und Smartphones wird sich auch personell etwas bei Nokia ändern: Konzern-Chef Stephen Elop hat seinen Rücktritt bekannt gegeben, wird jedoch den Handy-Bereich weiter beaufsichtigen – und in dieser Funktion höchstwahrscheinlich zu Microsoft wechseln, während ihm bis zu 32.000 Nokia-Arbeitnehmer folgen werden.

Das finnische Unternehmen selbst will von nun an das Netzwerkgeschäft weiter ausbauen: Die Nokia Siemens Networks wurden bereits vollständig übernommen, um sich auf dem Markt gegen die Konkurrenz aufzustellen.

Bild:Nokia von John.Karakatsanis, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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Kommentare zu Nokia Smartphones: Microsoft kauft Kerngeschäft auf

Zu diesem Beitrag gibt es 1 Kommentar.

von Uso am 3. September 2013 - 22:18 Uhr

NSA-Skandal belebt das Geschäft, Willkommen in Europe.
Alles was mit Netzstrukturen, Software und Geräten, wie Handys, zu tun hat legt zu. Wir leben in einer Informationsgesellschaft. Handel mit Daten, ob legal oder illegal beinhaltet dies.

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