Ökostrom: Umlage für erneuerbare Energien soll wieder steigen

2. September 2013 - 10:37 - keine Kommentare

Stromkunden müssen sich erneut auf eine Erhöhung des Ökostroms gefasst machen: Die sogenannte Umlage aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) soll um bis zu zwanzig Prozent steigen. Hintergrund soll ein Quotenmodell für die Energieversorger zum Erreichen der Ziele der Energiewende sein.

Schon zwischen 2012 und 2013 ist der Anteil der Umlage für erneuerbare Energien am Strompreis um beinahe die Hälfte (46,9 Prozent) von 3,592 Cent auf 5,277 Cent gestiegen, nun rechnet die Bundesregierung für einen erneuten Anstieg von 20 Prozent für Ökostrom: Im kommenden Jahr sollen zwischen 6,2 und 6,5 Cent für die Umlage aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) gezahlt werden, die sich dann auch wieder auf den Stromrechnungen der Verbraucher niederschlagen werden. Die steigenden Kosten der Energiewende sollen laut einem Bericht des Magazins „Der Spiegel“ auf ein Modell zurückzuführen sein, das den Energieunternehmen eine strikte Quote für „grünen Strom“ vorschreibt.

Energiewende: Quotenmodell soll für 2020 gesteckte Ziele garantieren

Nach Diskussionen im Frühjahr, die durch Reformvorschläge von Umweltminister Peter Altmaier (CDU) angeregt wurden, soll nun ein Quotenmodell für Ökostrom eingeführt werden, bei dem man sich an der Vorgehensweise der Förderung erneuerbarer Energien in Schweden orientiert: Ab dem 01. Januar 2015, so der Bericht, der sich auf ein Sondergutachten der Monopolkommission der Bundesregierung stützt, soll in einem ersten Schritt eine Ökostrom-Quote von 27,5 Prozent aus der Energieproduktion für die Versorgungsunternehmen gelten, die dann im jährlichen Turnus gesteigert werden soll.

2020 sollen dann die angestrebten 35 Prozent in der gesamten Stromproduktion erreicht werden, wobei die Energieversucher selbst entscheiden können, ob sie Photovoltaik, also Sonnenenergie, oder Windkraft verwenden, oder ob sie den Strom aus Biomasse gewinnen. Der Wettbewerb zwischen diesen regenerativen Energien soll dadurch ausgebaut werden, heißt es. Auch die Gelder für die Netznutzung, durch die Ausbau und Wartung des Stromnetzes finanziert werden, sollen im Zusammenhang der Erhöhung der Umlage aus dem EEG um 0,2 bis 0,4 Cent steigen.

Ökostrom-Umlage soll 2014 um 20 Prozent steigen

Im TV-Duell zwischen der amtierenden Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück war auch die Energiewende Thema: Die Kanzlerin kündigte an, das EEG bald nach der Bundestagswahl erneuern zu wollen, der Spitzenkandidat der Sozialdemokraten stellte Strompreissenkungen in Aussicht. Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel bemängelte derweil den forcierten Ausbau des Gesetzes, das seiner Meinung nach nicht mehr sinnvoll ist.

Laut Gabriel sei das EEG wichtig gewesen, um grüne Energien aus ihrem Nischendasein zu befreien, nun müsse die Entwicklung jedoch anders verlaufen. Er schlug vor, die Förderung von Windparks in der Nordsee nicht mehr über die Ökostrom-Umlage zu finanzieren, sondern durch Steuermittel, und auch nicht neben dem Ausstieg aus der Atomenergie auch noch Kohlekraftwerke und Gaswerke einzustellen, die derzeit benötigt werden, um die Stromversorgung zu garantieren.

Bild:Ökostrom von Rinaldo W., CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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