Wahlwerbung: FDP teilt sich Bildmaterial mit der NPD

28. August 2013 - 10:51 - keine Kommentare

Die FDP musste mit ihrem Wahlwerbespot eine Schlappe einstecken: Neben einer Vielzahl von in nur 90 Sekunden gezeigten Bildern, findet sich auch die Szene einer vierköpfigen Familie auf Fahrrädern – die identische Szene wurde auch in einer Wahlwerbung der NPD verwendet.

Wer billig kauft, zahlt zweimal, heißt es und die FDP dürfte dies ebenfalls zu spüren bekommen: Der durch eine Werbeagentur erstellte Spot zur Bundestagswahl 2013 besteht aus etlichen Zusammenschnitten von Alltags- und Arbeitssituationen, die darlegen sollen, wie gut es der Wirtschaft und den Menschen in Deutschland geht, und dass die Zweitstimme für die Liberalen dies erhalten würde, wie Rainer Brüderle verspricht. Doch die Verwendung von Archiv-Bildmaterial, das von jedem eingekauft werden kann, ist der Agentur und damit auch der Partei ein peinlicher Fehler unterlaufen: Die glückliche Familie auf ihrem Fahrradausflug macht auch Werbung für die rechtsradikale NPD.

FDP und NPD machen mit der gleichen Familie Wahlwerbung

Es ist Gang und Gäbe in Graphikbüros und Werbeunternehmen, nicht für jeden Kunden eigenes Material zu drehen. Um die Kosten gering zu halten wird auf Standard-Fotos und -Videos zurückgegriffen – peinlich wird es nur, wenn nicht darauf geachtet wird, wo das Material sonst noch auftaucht. Dass nun ausgerechnet jene Partei, über der das Damokles-Schwert des Verbots hängt, das gleiche Bildmaterial verwendet, ist für die FDP unangenehm und hat auch sofortigen Spott im Internet ausgelöst. Da kann es auch nur bedingt zur Ehrenrettung dienlich sein, wenn man weiß, dass die kurze Szene mit dem Namen „Family With Two Kids Cycling In The Park“ in Finnland auch für Quark-Werbung Verwendung findet.

Doch dies ist nicht das einzige Problem, mit dem der FDP-Spot zu kämpfen hat. Rainer Brüderle muss darin frühstücken und mit Holzhammer-Metaphern, wie etwa der vom Brot geklauten Butter, zu der man ihn dann auch noch ein Butterbrot schmieren sieht, für die Liberalen und gegen „Rot-Rot-Grün“ werben – eine Phrase, die er so oft verwendet, dass sie beim Zuschauer besser hängen bleibt, als die Partei, für die Brüderle dort vor der Kamera sitzt. Da kann auch sein gelber Schlips nicht helfen.

Peinlichkeit im Wahlwerbespot: Fahrradtour wurde mehrfach verwendet

Laut dem Sprecher der FDP soll die Szene, von der man nicht wusste, dass man sie mit der NPD teilt, aus dem Wahlwerbespot geschnitten werden. Doch die bisher gebuchten Sendeplätze sind davon nicht betroffen: Acht Mal wird man die Familie durch den Park radeln sehen, wobei der Moment neben all den anderen schönen und glücklichen Menschen bei Arbeit und Freizeit nicht auffiele, würde man nicht um die Doppelt- und Dreifach-Verwendung wissen. Die 15-Sekunden-Szene hat übrigens 170 US-Dollar im Einkauf gekostet.

Bild: Rainer Brüderle von INSM, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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