E-Plus Übernahme: Großaktionär Carlos Slim nimmt O2-Angebot an

26. August 2013 - 12:52 - keine Kommentare

Vor einigen Wochen wurde bekannt, dass das Mobilfunkunternehmen O2 daran Interesse bekundet hat, den Konkurrenten E-Plus aufzukaufen – neben Bedenken des Kartellamts stand vor allem der Großaktionär Carlos Slim der Übernahme im Weg. Nun soll er nach einer Angebot-Erhöhung eingelenkt haben.

Die Übernahme von E-Plus durch O2 ist so gut wie beschlossene Sache: Der größte Widersacher des Deals, der auf einen Schlag die beiden kleineren Mobilfunkanbieter über die anderen Markteilnehmer setzen würde, konnte durch eine Erhöhung des Angebots überzeugt werden. Großaktionär Carlos Slim hat Medienberichten zufolge seine Zustimmung bekanntgegeben, nachdem höhere Zahlungen und mehr Anteile zugestanden wurden. Nun muss nur noch das Kartellamt der Übernahme zustimmen.

O2 will E-Plus übernehmen: Carlos Slim hat Angebot angenommen

Die Mobilfunkbranche ist weit verzweigt und komplex: Was als O2 firmiert, gehört eigentlich zur Telefónica, hinter E-Plus steht die niederländische Firma KPN, hinter der wiederum América Móvil als Hauptaktionär steht. Die meisten Aktien des südamerikanischen Unternehmens hält Carlos Slim, der sich bis hierhin standhaft weigerte, einer Übernahme von E-Plus durch O2 zuzustimmen. Nun scheint er allerdings überredet worden zu sein.

Wäre es nach Slim gegangen, hätte KPN E-Plus vollständig übernommen. Nun hat Telefónica Deutschland jedoch das Angebot erhöht: 24,9 Prozent Anteile am deutschen Ableger der Telefónica wurden laut Medienberichten vereinbart, zu denen sich eine 3,7 Milliarden Euro gesellt. Weiterhin sollen 1,3 Milliarden Euro von der spanischen Telefónica an KPN fließen, Anteile in 4,4 Prozent sollen dafür abgegeben werden – weitere 2,9 Prozent sollen binnen Jahresfrist für 510 Millionen Euro an das Unternehmen aus Spanien verkauft werden.

Diese Angebotserneuerung scheint Carlos Slim nun umgestimmt zu haben: Es heißt, der Großaktionär von América Móvil habe seinen Widerstand eingestellt und auf der Hauptversammlung, die für den 02. Oktober 2013 angesetzt wurde, würde für den E-Plus-Verkauf an O2 gestimmt werden.

Kartellamt hat Bedenken: Nur noch drei Anbieter auf dem Mobilfunkmarkt

O2 und E-Plus kämen bei den deutschen Mobilfunkkunden auf mehr Anschlüsse als die Konkurrenz von Vodafone oder gar der Telekom. Mit einer Fusion der beiden Dienste würden sich jedoch auch Probleme ergeben, die das Kartellamt auf den Plan ruft: Durch den Wegfall eines Anbieters würde sich die Zahl der Mobilfunkunternehmen in Deutschland auf drei verringern, was aus Sicht der Wirtschaftsschützer in Hinblick auf die Einwohnerzahl und die Markverhältnisse schwierig sein könnte. Die Bedenken werden derzeit geprüft.

Bild: E-Plus von tjeerd, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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