Giftgasangriff: UNO-Beobachter beginnen mit Untersuchung in Syrien

26. August 2013 - 10:47 - keine Kommentare

Nach dem vermeintlichen Giftgasangriff bei Damaskus am vergangenen Mittwoch hat es die syrische Regierung von Baschar al-Assad unter internationalem Druck den Experten der Vereinten Nationen nun gestattet, die Vorgänge zu untersuchen. Hoffnung auf Aufklärung wird durch möglicherweise zerstörte Beweise zunichte gemacht.

In der vergangenen Woche berichteten syrische Rebellen, ein Giftgasangriff der Armee von Assad habe 3.600 Menschen verletzt, über 350 Personen, vielleicht sogar bis zu 1.300, seien dadurch ums Leben gekommen. Die Regierung Syriens bestreitet einen solchen Angriff und schiebt die Schuld auf die Rebellen selbst. Eine Untersuchung der Vorwürfe durch die Vereinten Nationen wurde zunächst blockiert, nun hat das Regime jedoch eingelenkt: Aufforderungen von internationaler Seite und nicht zuletzt der Druck der USA, die mit einem Militäreinsatz drohen, hat dazu geführt, dass ab Montag UNO-Beobachter im Krisengebiet Nachforschungen anstellen können. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon forderte den Zugang ohne Einschränkungen zu all jenen Orten, an denen chemische Waffen eingesetzt worden sein sollen.

Syrien: Assad lässt UNO-Beobachter den Giftgasangriff untersuchen

Noch immer gibt es keine Bestätigung der Vorfälle: Nach der Veröffentlichung von Bild- und Videomaterial aus Krankenhäusern bei Damaskus hatten Experten in ihrer Auswertung Zweifel an den Vorwürfen angemeldet, mittlerweile hat die Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“ allerdings die Angaben zumindest in gewisser Hinsicht bestätigt. Man arbeite seit Jahren mit den drei syrischen Krankenhäusern zusammen, traue also deren Aufzeichnungen, die belegen, dass insgesamt etwa 3.600 Personen mit Symptomen behandelt wurden, die mit einer Vergiftung durch Chemiewaffen in Verbindung stehen.

Durch Proben vor Ort und bei den Opfern müssen die UN-Experten nun herausfinden, um welche Chemikalien es sich handelte, woher sie stammen und welche Seite sie abgefeuert hat. Konkrete Beweise für einen militärischen oder oppositionellen Giftgasangriff, wie etwa Befehle oder Kommuniqués, könnten mittlerweile vernichtet worden sein.

Beweise für Chemiewaffen könnten beiseite geschafft worden sein

Aus Frankreich heißt es, Präsident Hollande habe etliche Beweise für die Schuld des syrischen Regimes, während in Großbritannien Premierminister Cameron in der Verzögerung der Untersuchungserlaubnis mutmaßt, Assad habe etwas zu verstecken. In den USA hält man sich derweil bedeckter: In Medienberichten heißt es, man habe in Washington ebenso wie in London „keinen Zweifel“ an der Schuld der Regierungstruppen, die Beweislage könnte sich jedoch als schwierig erweisen.

Bundeskanzlerin Merkel schließt sich der Meinung des britischen Premiers an und befürwortet „eine entschlossene Reaktion der internationalen Gemeinschaft“ im Falle der Bestätigung des Einsatzes von Giftgaswaffen durch Assads Regime. Die im östlichen Mittelmeer befindlichen Kriegsschiffe der US-Marine halten sich weiterhin für einen Einsatz bereit.

Bild: Syrien UNO von Werner Faymann, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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