NSA-Affäre: US-Geheimdienst hörte die UNO ab

25. August 2013 - 11:07 - keine Kommentare

Die Zentrale der Vereinten Nationen in New York gilt als eines der bestabgesicherten, eigenständigen Kommunikationsnetze – die NSA hat es geknackt und die Videokonferenzen der UNO abgehört. Beim „Special Collection Service“ des US-Geheimdienstes seien über 80 Botschaften und Konsulate bespitzelt worden.

Obwohl Politiker die NSA-Affäre für beendet erklären und an anderen Stellen massiver Druck auf die freie Presse ausgeübt wird, während die Herausgabe des „Whistleblowers“ Edward Snowden aus seinem russischen Asyl gefordert wird, erschüttern immer neue Informationen über die Machenschaften des US-Geheimdienstes. Das Magazin „Der Spiegel“ bezieht sich auf die Snowden-Dokumente und hat herausgefunden, dass es der NSA gelungen sei, sich in die Anlage für Videokonferenzen der Vereinten Nationen einzuklinken, wodurch das gegen solche Hack-Angriffe eigentlich hochgesicherte, eigenständige Netz der UNO vom Geheimdienst abgehört werden konnte.

NSA hat UNO abgehört: Geheimdienst hackt sich in Netzwerk der Vereinten Nationen

Das Hauptquartier der UNO in New York ist als abgeschottetes, völlig selbsttätiges Gebiet angelegt, das in jeder Hinsicht unabhängig vom amerikanischen Festland besteht – „der Spiegel“ beschreibt die Freude auf Geheimdienstseite über das Gelingen des Hacks und die sich nun ergebenen Abhörmaßnahmen. „Eine dramatische Verbesserung“ sei dadurch möglich geworden, in Bezug auf die Entschlüsselung des UN-Datenverkehrs aus Videokonferenzen. Die Maßnahme sei auch fortgesetzt worden, nachdem die Vereinten Nationen neue Büros im September 2012 bezogen.

Die Datensammlung sei Teil des „Special Collection Services“, wie NSA-intern die Lauscheinrichtungen in Botschaften und Konsulaten auf der ganzen Welt genannt werden. Unter den mindesten 80 Abörstationen sollen auch Frankfurt und Wien sein, wie es in Medienberichten heißt. Diese würden der höchsten Geheimhaltung unterstehen, schreibt der „Spiegel“, denn würde dies bekannt werden, würde es „den Beziehungen zum jeweiligen Gastland schweren Schaden zufügen“, soll es im Dokument des US-Geheimdienstes heißen.

Guardian wertet mit New York Times gemeinsam Snowden-Dokumente aus

Währenddessen hat die britische Tageszeitung „The Guardian“, die nicht nur einen Großteil der brisanten Dokumente von Edward Snowden veröffentlichte, sondern in den vergangenen Wochen auch unter schwerem Druck durch die Regierung von Premierminister David Cameron stand, angekündigt, die NSA-Dokumente nicht mehr alleine auswerten zu wollen.

Nachdem der Partner des Enthüllungsjournalisten Glenn Greenwald am Flughafen Heathrow neun Stunden lang von den Behörden festgehalten und verhört wurde und Geheimdienstler den „Guardian“-Chefredakteur zwangen, Festplatten mit Dokumenten zu zerstören, will man nun mit der „New York Times“ zusammenarbeiten, um die von Edward Snowden gelieferten Unterlagen zu sichten und darüber zu berichten.

Bild:UNO-Hauptquartier in New York von Antonio Campoy Ederra, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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