Giftgasangriffe in Syrien: USA bereit für Intervention

25. August 2013 - 10:41 - keine Kommentare

Die USA seien für einen Militäreinsatz in Syrien bereit, erklärte der amerikanische Verteidigungsminister Chuck Hagel. Vorausgesetzt, die Gerüchte um Giftgasangriffe sollten sich bestätigen: In der letzten Woche wurden 3.600 Menschen in Krankenhäuser mit entsprechenden Symptomen eingeliefert, doch noch ist nichts gesichert.

Nachdem in der vergangenen Woche die Rebellen in Syrien berichteten, bei einem Giftgasangriff der Armee seien mehr als 3.000 Menschen getroffen worden, verstärkt sich der Druck auf das Regime von Baschar al-Assad: Während die syrische Regierung im Gegenzug die Opposition beschuldigt und gleichzeitig nicht einmal als gesichert gelten kann, dass es überhaupt einen Angriff mit chemischen Waffen gab, haben die Vereinten Nationen Beobachter in den Mittleren Osten geschickt, deren Aufklärung jedoch durch den Unwillen zur Zusammenarbeit des Regimes behindert wird. Der britische Premierminister David Cameron mutmaßt, dass Assad etwas zu verstecken hat, während sich US-Präsident Barack Obama durch das Verteidigungsministerium seine Optionen aufzeigen ließ.

Giftgaseinsatz: Barack Obama lässt sich Optionen gegen Syrien aufzeigen

Laut dem US-Verteidigungsminister Chuck Hagel habe Obama in einer Konferenz, an der telefonisch auch Außenminister John Kerry beteiligt war, mögliche Vorgehensweisen erörtert. Hierzu gehört auch eine militärische Intervention in Syrien, für die man bereit sei, hieß es. Kerry hatte daraufhin seinen Amtskollegen Walid al-Mualem aufgefordert, die UNO-Experten zu unterstützen.

Der anhaltende Konflikt in Syrien zwischen dem Regime von Baschar al-Assad und Rebellen mehrerer Fraktionen wurde in der vergangenen Woche durch die Nachricht, es habe in der Nähe von Damaskus einen Giftgasangriff durch das Militär gegeben, in eine neue Phase gebracht: Das Ausland, das sich bis hierhin größtenteils mit Schuldzuweisungen zurückhielt, fordert nun nicht nur eine schnelle Aufklärung durch die UNO, sondern bezieht in vielen Fällen auch ohne genaue Kenntnis der Sachlage Stellung.

Erschwert wird die Situation durch die wenig kooperative Haltung der Regierung: Während die ins Land gereisten UN-Experten nicht die nötige Unterstützung zur Aufklärung bekommen, wirft das Assad-Regime den Rebellen ebenfalls vor, Chemiewaffen eingesetzt zu haben. Tatsächlich finden sich keine Aufzeichnungen der Armee, die überhaupt einen Angriff belegen, während die Foto- und Videoauswertung zunächst auch Zweifel an den Mitteilungen der syrischen Opposition haben aufkommen lassen.

Eine Bestätigung des Giftgasangriffs kommt nun jedoch aus vertrauensvoller Quelle: Die Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“ meldete aus drei Krankenhäusern, dass tatsächlich bis zu 3.600 Personen eingeliefert wurden, die Symptome eines Einsatzes von chemischen Waffen aufzeigen.

Ärzte ohne Grenzen bestätigen Chemiewaffen-Symptome

Die Vergiftungsanzeichen würden durch größeren Speichelfluss, stark verengten Pupillen, Zuckungen und Problemen beim Atmen bestehen, gegen die Atropin verabreicht wurde. Trotz des anti-neurotoxischen Medikaments seien mindestens 355 Personen gestorben. Die Opposition spricht von über 1.300 Toten, was die Regierung Syriens bestreitet.

Die Sachlage in Syrien ist somit noch immer nicht klar. Die USA haben vorsorglich ihre Präsenz in der Region verstärkt: Vier mit Raketen ausgestattete Kriegsschiffe der US-Marine, darunter auch die „USS Mahan“, die eigentlich in ihren Heimathafen zurückkehren sollte, befinden sich nun im Osten des Mittelmeers.

Bild:US-Präsident Barack Obama von jamesomalley, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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