Softwarefehler an der Wall Street: Börse liegt drei Stunden lang lahm

23. August 2013 - 10:13 - keine Kommentare

Nur zwei Tage nach dem großen Softwarefehler bei Goldman Sachs, der dazu führte, dass Optionen im Wert von 100 Millionen Dollar fälschlicherweise gekauft wurden, wurde die Börse an der Wall Street erneut Opfer eines Computerproblems: Drei Stunden war der Nasdaq lahmgelegt.

Eine chaotische Situation am Times Square: Die New Yorker Börse wurde durch einen Fehler des Computersystems zur Preisverteilung der Handel drei Stunden lang maßgeblich gestört. Gegen 12 Uhr mittags Ortszeit wurde ein kleiner Sprung in den Kursen beobachtet, nicht mehr als eine Zuckung – und dann froren sämtliche Börsenkurse zeitgleich ein. 2.712 Aktienwerte, die am Nasdaq gehandelt werden, bewegten sich drei Stunden lang nicht von der Stelle, neben der panischen Reaktion der Trader wurde der Handel selbst nur äußerst vorsichtig und zögerlich weitergeführt.

Computerprobleme an der Tech-Börse: Nasdaq steht drei Stunden lang still

Wilde Spekulationen über die Ursache der Störung und Fragen zum Vorgehen in diesem Fall machten in den drei Stunden, in denen der Nasdaq stillstand, die Runde: Handelsgeschäfte, die noch auf klassische Weise getätigt werden, sind selten geworden, die meisten Trader arbeiten fast ausschließlich nur noch computergestützt. Mit entsprechender Eile wurde an der Behebung des Softwarefehlers gearbeitet.

Am Nasdaq werden vor allem technische Unternehmen, wie Apple, Google, Facebook oder Microsoft, gehandelt. Umso erschreckender ist das nun bestätigte Bewusstsein, wie anfällig die Wall Street von Computerfehlern ist und wie viel davon abhängt, dass die Märkte von der IT abgesichert sind – ein herausgezogener Stecker, ein Hacker-Angriff, hungrige Eichhörnchen an Kabeln, wie 1987 und 1994, oder wie am Donnerstag ein nicht funktionsfähiges Programm könnte mehr anrichten, als nur die Börse drei Stunden lang in helle Aufregung zu versetzen.

Softwarefehler zeigt die Anfälligkeit der Wall Street

Das Problem konnte 35 Minuten vor Börsenschluss behoben werden und der Großteil der Aktienwerte konnte unverändert dort weitergeführt werden, wo sie drei Stunden zuvor stehenblieben. Laut der Nasdaq soll der Ausfall lediglich 30 Minuten gedauert haben, die restliche Zeit sei durch die Behebung des Fehlers entstanden.

Die Anfälligkeit des Börsensystems wird anhand des Problems mit dem „Securities Industry Processor“ Preisverteilungssystems noch einmal deutlich, kurz nachdem das Investmentbanking-Unternehmen Goldman Sachs erst am Dienstag einen möglichen Verlust von 100 Millionen US-Dollar verschmerzen musste, nachdem hier eine fehlerhafte Software Optionskäufe im großen Stil ausgelöst hatte.

Bild: Nasdaq New York von bfishadow, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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