Kinostarts der Woche: Feuchtgebiete, Pain & Gain und Upside Down

21. August 2013 - 14:15 - keine Kommentare

Während im US-Kino die Sommer-Blockbuster die Jahresmitte dominieren, bleibt es in den deutschen Lichtspielhäusern verhältnismäßig still: Die Kinostarts der Woche vom 22. August 2013 warten in erster Linie mit einer Action-Komödie und der Verfilmung des Skandal-Buches von Charlotte Roche auf.

Rasmus Gerlach hat sich für seine „Apple Stories“ den Smartphone-Marktführer vorgenommen: Er verfolgt die Produktion des Lifestyle-Telefons in der westlichen Welt zu den Fabriken von Hamburg nach Ruanda, Hongkong, Shenzen und Kairo nach und macht die oftmals erschreckenden Arbeitsbedingungen sichtbar – als wichtigster Vertreter der Elektronikbranche muss Apple hier stellvertretend auch für die Konkurrenz herhalten.

Linus de Paoli hat für seinen Abschlussfilm an der Deutschen Film- und Fernsehakademie namhafte SchauspielerInnen versammelt, um ein spannendes, atmosphärisches und strukturell interessantes Film-noir-Drama zu erzählen. In „Dr. Ketel – Der Schatten von Neukölln“ versorgt ein Hausmeister, der gerne Arzt wäre (Ketel Weber), mit gestohlenen Medikamenten jene, die sich keine Behandlung leisten können – und ruft damit eine Sicherheitsexpertin (Amanda Plummer, „Pulp Fiction“) auf den Plan, die von seinem nächtlichen Treiben fasziniert ist.

Kinostarts am 22.08.2013: Bestsellerverfilmungen im Kino

David Wendt hat sich an die nicht unerhebliche Aufgabe gemacht, das vielfach gerühmte und gleichzeitig verabscheute Buch „Feuchtgebiete“ von Charlotte Roche mit Carla Juri, Meret Becker und Axel Milberg zu verfilmen. Dabei ist eine erstaunlich erfrischend komische und gleichwohl nachdenkliche Adaption herausgekommen, die sich nicht in den erwarteten Ekelszenen ergibt, sondern stattdessen die nicht irrelevanten Fragen der Buchversion über den Umgang mit der eigenen Sexualität und der gesellschaftlichen Deckelung davon zu beantworten versucht.

Eine weitere Buchverfilmung stellt Sandra Nettelbeck vor: „Mr. Morgan’s Last Love“, basierend auf „Die letzte Liebe des Monsieur Armand“ von Francoise Dorner, erzählt von einem Amerikaner (Michael Caine), der an seinem Lebensende in Paris gestrandet ist. Seine Frau (Jane Alexander) ist vor drei Jahren gestorben und er selbst kommt weder mit der Stadt noch mit seinem Leben oder mit seinen Kindern (Justin Kirk und Gillian Anderson) zurande, bis er die deutlich jüngere Pauline (Clémence Poésy) trifft, die neuen Lebensmut in ihm entfacht. Doch die dramatische Vergangenheit holt ihn ein.

Action mit Dwayne Johnson und Sci-Fi-Romantik mit Kirsten Dunst

Weniger dramatisch, dafür aber auch wenig subtil geht es bei „Pain & Gain“ zur Sache: Michael Bay hat Mark Wahlberg, Dwayne „The Rock“ Johnson und Ed Harris dazu verpflichtet, eine auf einer wahren Geschichte einer missglückten Entführung und durch brutale und menschenverachtende Folter ergaunerten Millionen basierende „Action-Komödie“ aus dem Stoff zu drehen. Das mag man als satirische Reminiszenz an den amerikanischen Traum sehen oder als „harte Comedy“ à la „Hangover“ – Tatsache bleibt aber, dass die Hollywood-Stars hier prinzipiell liebenswerte Trottel darstellen, deren Vorbilder aktuell in der Todeszelle sitzen.

Juan Diego Solanas hat mit „Upside Down“, der auch in 3D in die Kinos kommt, eine erstaunliche Science-Fiction/Fantasy-Prämisse geschaffen: Zwei Planeten sind sich so nahe, dass die Bewohner sich gegenseitig beinahe berühren können – nur dass die einen auf dem Kopf stehen. Die beiden Welten, das reiche oben und das proletarische unten, dürfen nicht zusammenkommen, doch in Form der beiden Liebenden Adam (Jim Sturgess, „Cloud Atlas“) und Eden (Kirsten Dunst, „Spider-Man“) geschieht genau das. Nachdem Eden ihr Gedächtnis verliert, muss Adam in die andere Welt überwechseln und wird nun gejagt, während er versucht, nicht in seine eigene zurückzufallen. Ein visuell beeindruckendes Spektakel, in dem auch Timothy Spall auftaucht.

Bild: Charlotte Roche von Das blaue Sofa, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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