ARD-DeutschlandTrend Extra: Wählermeinung tendiert zu großer Koalition

16. August 2013 - 09:05 - keine Kommentare

Kurz vor der Bundestagswahl 2013 hat infratest dimap für die ARD einen DeutschlandTrend Extra vorbereitet, bei dem sich die Erkenntnisse von Anfang August größtenteils bestätigen, bei den Kanzlerkandidaten Angela Merkel und Peer Steindbrück und ihren Parteien jedoch auch Verluste erkennbar werden.

Regelmäßig stellt der ARD-DeutschlandTrend Fragen nach der politischen Stimmung und nach den Themen, die die Wähler bewegen. Dazu gehört auch die berühmte „Sonntagsfrage“, also nach der Partei, der man seine Stimme gäbe, würde am nächsten Sonntag gewählt werden. Vor der Bundestagswahl 2013 befinden sich die Parteien trotz Sommerpause und Urlaub im vollen Wahlkampf – Jörg Schönenborn vom WDR hat daher in einer Extra-Ausgabe nachgesehen, welche Früchte die Bemühungen der Kanzlerkandidaten beim Buhlen um die Wählergunst getragen haben. Eine Trendwende seit der letzten Erhebung Anfang August konnte er dabei jedoch nicht erkennen, wenn sich einzelne Zahlen auch geändert haben.

DeutschlandTrend: CDU- und SPD-Werte bleiben gleich, Merkel und Steinbrück verlieren Punkte

Sowohl die Werte für die CDU als auch die der SPD sind gleichgeblieben, doch die Zustimmung zu den beiden Kanzlerkandidaten hat um fünf beziehungsweise sechs Prozent abgenommen – der Punkteabstand von 33 Prozent zwischen Merkel und Steinbrück besteht dabei allerdings nach wie vor. Die positive Bewertung von Kanzlerin Merkel zieht sich durch sämtliche Parteien und Wählerschichten, während aber der Koalitionswunsch der Wähler auf schwarz-rot gerichtet bleibt: Eine große Koalition aus CDU und SPD mit Angela Merkel als Kanzlerin wurde bereits von der Tagesschau im Ersten und infratest dimap beim letzten DeutschlandTrend attestiert.

Vor rund zwei Wochen erstaunte dabei vor allem, dass die allgemeine Zufriedenheit mit der Arbeit der Regierung einen positiven Rekordwert erhielt – die Einzelleistungen aber durchweg negativ bewertet wurden. In einem mathematischen Umfrageexperiment zeigte sich, dass die gute Bewertung in erster Linie Angela Merkel zugesprochen werden konnten und die aktuell medial diskutierten Themen kaum bei der Wahlentscheidung in Betracht fielen. Daran hat sich auch in der Extra-Ausgabe nichts geändert.

Themen zur Bundestagswahl: NSA-Affäre für Wählerentscheidung uninteressant

Mit je 57 Prozent sind wahlentscheidende Themen die Absicherung im Alter und angemessene Löhne. Das Thema der Krise, die NSA-Affäre und die Überwachung durch die Geheimnisse, bleibt bei 17 Prozent abgeschlagen und auch die Umweltpolitik kann sich mit 42 Prozent nicht als Wahlthema durchsetzen. Doch die beiden im ARD-DeutschlandTrend Extra meistbewerteten Themen bleiben im Wahlkampf außen vor.

Die gezielte Frage bei Unions-Anhängern nach möglichen Koalitionspartnern brachte ein interessantes Ergebnis: Sowohl für CDU/SPD als auch CDU/FDP konnten sich 31 Prozent begeistern, CDU/Grüne immerhin 27 Prozent – es scheint also den CDU/CSU Wählern weniger wichtig zu sein, mit wem die Union regiert, Hauptsache, sie stellt die Regierung unter der amtierenden Bundeskanzlerin Merkel.

Würde am Sonntag gewählt werden, kämen die CDU/CSU auf 42, die SPD auf 25, die FDP auf 5, die Grünen auf 12, die Linke auf 8 und die Piraten auf 3 Prozent. Schwarz-gelb könnte somit seit langem wieder eine Mehrheit erzielen, die Meinung der Wähler in einzelnen Themenbereichen zielt jedoch in Richtung große Koalition, wie der ARD-DeutschlandTrend Extra ermittelte.

Bild:Peer Steinbrück von SPD Pankow, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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