Macht Mensch Merkel im ZDF: Dokumentation über die Bundeskanzlerin

13. August 2013 - 19:25 - 1 Kommentar

Bettina Schausten und Mathis Feldhoff widmen sich in einer ZDF-Dokumentation dem „Macht Mensch Merkel“: Der Werdegang, die Entscheidungen, das Image und dessen Wandel der Bundeskanzlerin stehen darin im Mittelpunkt, nachdem in der vergangenen Woche der SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück beleuchtet wurde.

Angela Merkel ist seit 2005 Bundeskanzlerin und will im September bei der Bundestagswahl 2013 ihren Posten verteidigen: Noch nie hatte ein Kanzler dermaßen hohe Zustimmungswerte bei Umfragen und selbst Wähler aus dem entgegengesetzten politischen Lager äußern sich positiv über die 59-jährige CDU-Politikerin. „Macht Mensch Merkel“ will als Dokumentation im ZDF diesem Phänomen kurz vor der Wahl nachgehen. Hierzu haben Bettina Schausten und Mathis Feldhoff die amtierende Kanzlerin in den vergangenen Wochen und Monaten bei öffentlichen Auftritten begleitet und mit Weggefährten, Befürwortern und Kritikern gesprochen.

Macht Mensch Merkel: ZDF-Dokumentation über die Bundeskanzlerin

Ihre Haltung zur Euro-Rettung wird nicht von jedem goutiert und dennoch hat Angela Merkel im Bundestag kaum Gegner, wenn Entscheidungen gefällt werden. Ein Großteil ihres Kabinetts, inklusive Karl-Theoder zu Guttenberg, Norbert Röttgen, Roland Koch und Annette Schavan, ist ihr abhanden gekommen und doch bleiben die Umfragewerte auf Rekordniveau. Nicht nur langjährige CDU-Anhänger bemängeln die Richtungsänderung der Partei, auch Kollegen wie Jörg Schönbohm kritisieren den Führungsstil und doch hängt die Union die Konkurrenz in der „Sonntagsfrage“ regelmäßig ab.

In der ZDF-Dokumentation sollen in Gesprächen mit Koch und Schönbohm, Finanzminister Wolfgang Schäuble, Linken-Politiker Gregor Gysi, Katrin Göring-Eckardt von den Grünen und SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück, dessen Doku in der vergangenen Woche gesendet wurde, sowohl Befürworter als auch Gegner zur Politik und zur Person Merkels zu Wort kommen, um ein umfassendes Bild der amtierenden Bundeskanzlerin zu erstellen.

Politik, Euro-Krise, Wahlkampf und Image-Wandel im Zuge der Bundestagswahl 2013

Bettina Schausten und Mathis Feldhoff zeigen Aspekte der DDR-Vergangenheit der Kanzlerin und auch die schwierigen Phasen der Euro-Krise, die die letzten vier Jahre ihrer Kanzlerschaft bestimmten, werden nicht ausgespart – anders hingegen verhält es sich mit Merkels Privatleben. Seit jeher hält sie dies von der Öffentlichkeit fern, auch wenn in letzter Zeit, in Einstimmung auf den Wahlkampf, häufiger kleine, geschickt ausgewählte Einblicke gewährt werden und sich die Bundeskanzlerin vermehrt auch dort zeigt, wo sie sich früher ungern aufhielt, etwa in bayerischen Bierzelten.

Die Image-Macher der Politikerin haben jedoch die Zugkraft der Volksnähe in Bezug auf die Umfragewerte erkannt und entsprechend wird nun versucht, die oftmals als hart und unnachgiebig empfundenen politischen Entscheidungen mit einem verbindlicheren Auftreten zu konterkarieren – „Macht Mensch Merkel“ wird auch diesen Wandel aufzeigen, wenn die Dokumentation am Dienstag, den 13. August 2013 um 20.15 Uhr im ZDF ausgestrahlt wird.

Bild:Angela Merkel von dulhunk, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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Kommentare zu Macht Mensch Merkel im ZDF: Dokumentation über die Bundeskanzlerin

Zu diesem Beitrag gibt es 1 Kommentar.

von Volker Kunstmann am 14. August 2013 - 09:27 Uhr

Sehr geehrte Frau Schausten,

ich habe mir sowohl die Reportage über Herrn Steinbrück, als auch diese gestern über Angela Merkel angesehen. Gelinde gesagt, war ich über die Reportage über Angela Merkel mehr als verwundert, da Ihre sogenannte Dokumentation ebenso gut eine Wahlkampfsendung der SPD gewesen sein konnte. Es wird die Haltung von Frau Merkel in der Eurofrage kritisiert, sie wird als Königin tituliert, und selbst die Uniform ist für Sie Anlass genug zu hinterfragen, ob Frau Merkel nicht vielleicht doch eine führende Position in der FDJ inne hatte. Frau Schausten, unter Objektivität verstehe ich etwas anderes, vor allem, wenn man eine Person dokumentieren will. Was machten Sie ? Sie gaben einen Abspann über aktuelle politische Probleme, kritisierten unterschwellig die Haltung von Frau Merkel in der Eurofrage, verweisen auf “abhanden gekommene” Weggefährden, und wie sich Frau Merkel medienwirksam in Stellung bringt. Sogar ihre Russischlehrerin haben Sie “ausgegraben”, und ich muss schon sagen, diese Informationen waren “sensationell”. Nein Frau Schausten, das war einseitig, unterschwelliges kritisieren, eben eine Wahlsendung der SPD. Unabhängig von einer politischen Einstellung, bin ich in der heutigen Zeit dankbar, dass wir eine Kanzlerin Merkel haben, die eben lieber große Probleme in kleine gliedert, und diese nach und nach löst, als “Klare-Kante-Redner”, die den Eindruck vermitteln, dass man eben mal Herrn Obama anruft, diesem vielleicht sogar mit der “Kavallerie” droht, und dann ist dieser Herr so beeindruckt, dass er die NSA stoppt. Auch habe ich Hochachtung vor einer Kanzlerin, die in Sachen Atomausstieg ihre Position grundlegend ändert, wenngleich durch eine Katastrophe in Japan ausgelöst. Doch das zeigt mir eher, dass jemand in der Lage ist Positionen zu ändern, wenn es die Situation, bzw. neue Erkenntnisse erfordern. Das bedeutet nicht populistisch angepasste Entscheidungen zu treffen, sondern zeigt, dass man eigene Positionen im Stande ist zu relativieren. Deutschland geht es im Verhältnis sehr gut, und auch wenn sich ein “politischer”, der SPD nahestehender Kabarettist darüber aufregt, dass Frau Merkel südeuropäische Länder gegen Deutschland aufgebracht hat, dann zeigt das nur, dass die von Deutschland geforderten Reformen der steinigere Weg sind, als Aussagen, wir verallgemeinern nun alle Schulden Europas, und machen weiter wie bisher. Anlehnend an ein Zitat von Kurt Tucholsky könnte man mein, dass anscheinend in Deutschland derjenige als gefährlicher gilt, der auf Probleme hinweist, als der, der sie verursacht…. Unser kleines Bundesland Bremen ist doch das beste Beispiel. Seit über 50 Jahren pleite, aber durch den Länderfinanzausgleich gibt es doch keinerlei Ansporn an dieser Situation etwas zu ändern. Nein, da kann man Kitas gratis anbieten, die “Geberländer” werden es schon richten. Oder nehmen Sie Frankreich. Nun geht es wirklich besser. Rente mit 60, die man sich nicht leisten kann, aber lieber ein unsinniges Wahlversprechen umsetzen, und den Karren dann konsequent an die Wand fahren. Wer etwas will, der muss eben auch Forderungen erfüllen wollen. Es hilft nichts Milliarden an Länder zu geben, wenn sich an den Ursachen nichts ändert. Dies ist von diesen “Nehmerländern” höchst unsolidarisch. Man könnte fast meinen, dass Solidarität bedeutet, lieber gemeinsam arm, als Länder mit strukturellen Problemen, wenngleich einen steinigen Weg vorzugeben. Gerhard Schröder hatte seinerzeit die Zeichen der Zeit sehr wohl erkannt, doch erinnern Sie sich hier an Tucholsky, auch er wurde abgestraft. Gewiss machte Herr Schröder auch Fehler. Hinsichtlich von Hedgefonds wurden diese unkontrolliert auf die Bevölkerung losgelassen, und der Beitrittsorgie innerhalb der EU wurde kein Einhalt geboten (dies zieht sich bis heute fort). Und wenn Sie schon Bilder aus Griechenland zeigen, die unsere Bundeskanzlerin in NS Uniform und Hakenkreuz zeigt, dann fehlt mir in Deutschland eben auch der Aufschrei, denn hier wird nicht eine einzelne Person an den Pranger gestellt, sondern eine Institution und über 40% der wählenden Bevölkerung, die eben dieser CDU ihre Stimme gegeben haben.
Frau Schusten, Ihr Beitrag war nicht objektiv, keine Dokumentation über eine Person, sondern der Abriss politischer kontrovers diskutierter Angelegenheiten, mit unterschwelliger Parteinahme anderer politischer Gruppierungen. Aber einen Vorteil hatte Ihre Sendung dennoch – diese war einfach zu durchschauen, und zeigte, dass Frau Merkel derzeit das beste ist, was wir zu bieten haben, denn anderenfalls geht es anderen Ländern vielleicht weniger schlecht, dafür ist dann auch Deutschland pleite – und was dann Frau Schausten ?
Abschließen will ich mit einer Anmerkung über die Abhöraffäre der NSA. Entweder sind die Bürger dumm, naiv oder gleichgültig. Gehen Sie einmal auf die (a-)sozialen Netzwerke. Dort finden Sie einen Großteil aller Lebensläufe unserer Mitbürger. Klar, die geben diese freiwillig, doch wer meint, dass die Abkürzung BND für “Berichte nicht durchgeben” steht, ist wohl naiv. Natürlich muss man unsere deutschen Gesetze einhalten, doch neugierig wäre ich wohl, was die Opposition unternommen hätte. Bis dato wird nur gefordert und kritisiert. Wenn ich mich richtig erinnere, hatte ein Kollege von Ihnen Herrn Steinbrück gefragt, was er in seinem Gespräch mit Obama diesem über die NSA sagte ?, genau, bla, bla, bla. Die Weilt ist etwas komplizierter und schneller geworden, leider auch durch Terroristen gefährlicher, und hier das richtige Maß zwischen Datenschutz und Sicherheit zu finden ist eine Gradwanderung. Jedenfalls werden meiner Meinung nach durch Personen wie Herrn Snowden, oder den Ankäufen von Steuer-CDs das Denunziantentum gefördert, und die Hehlerei und der Diebstahl salonfähig. Unsere Demokratie ist ein hohes Gut, doch eigene Gesetze zu brechen, bedeutet den Bankrott.
So, Frau Schausten, mein Kommentar ist dann doch etwas umfangreicher, als gewollt geworden, doch Ihre “Dokumentation” ist nicht objektiver, eher tendenziöser Natur.
Volker Kunstmann.

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