Europa-Rezession: Deutsche Konjunktur belebt Euro-Staaten

12. August 2013 - 10:50 - keine Kommentare

Die Abwärtsbewegung der europäischen Wirtschaft könnte bald aufgehalten werden: Experten sehen in der Konjunkturerholung in Deutschland einen Indikator für ein Ende des Abschwungs in Europa – selbst die Krisenstaaten könnten sich trotz schwachen Wachstums langsam von der anhaltenden Rezession erholen.

Nur leichte Erholungen rechnen Experten für die Wirtschaft in Deutschland und den europäischen Ländern aus, doch sowohl der geringe Anstieg als auch ein Anhalten des Abstiegs der Konjunkturen wird als positives Signal gewertet: Die Dauerrezession in der Eurokrise könnte bereits im nächsten Jahr enden, wenn die Prognosen für die Wirtschaftsentwicklungen 2013 eintreffen. Zu diesem Ergebnis gelangt zumindest eine Umfrage, die von der Zeitung „Die Welt“ unter den Banken-Ökonomen in Deutschland durchgeführt wurde. Es wird angenommen, dass die wirtschaftliche Leistung um 0,5 Prozent anzieht – die Bundesregierung geht sogar von 0,75 Prozent aus – und dabei auch die weiteren Euro-Länder mitzieht.

Positive Einschätzungen: Wirtschaftsexperten sehen leichten Aufschwung in Deutschland

Die Ökonomen sehen Deutschland als größte Volkswirtschaft in Europa als eine Art Zugpferd: Wenn die Binnen-Nachfrage zulegt, profitieren davon auch die umliegenden Länder, da der deutsche Markt auch für die ausländischen Absätze wesentlich ist. Die Kaufkraft hat hierzulande laut den Experten durch Lohnsteigerungen und eine gute Situation auf dem Arbeitsmarkt moderat zugelegt, die Exporte deutscher Firmen hätten hingegen weniger für den leichten, errechneten Aufschwung beigetragen hieß es.

Anfang des Jahres konnte die Wirtschaft ein Wachstum von lediglich 0,1 Prozent verbuchen, die Prognosen für das zweite Quartal beliefen sich auf gerade einmal 0,3 Prozent. Die nun verbesserten Aussichten seien nicht zuletzt auch auf einen Aufschwung im Baugewerbe zurückzuführen, sowie auf einen Zuwachs von 2,4 Prozent bei den Industrieproduktionen im Zeitraum Mai/Juni. Trotz der geringen Werte würden die angenommenen 0,5 beziehungsweise 0,75 Prozent den stärksten Anstieg der deutschen Wirtschaft seit 2011 bedeuten.

Euro-Krise: Konjunktur in europäischen Ländern belebt sich

In den von der Euro-Krise nach wie vor in Mitleidenschaft gezogenen Staaten Italien und Spanien kann nach den neuesten Zahlen ebenfalls Hoffnung geschöpft werden: Die italienische Wirtschaft schrumpft zwar weiterhin, jedoch hat sich der Wert auf 0,2 Prozent minus verringert. In Frankreich könnte sich das Wirtschaftswachstum bei null einpendeln, jedoch unter optimistischen Vorzeichen.

Gründe für die positive Bewertung der wirtschaftlichen Situation werden in den EZB-Maßnahmen in der Euro-Krise gerade in Bezug auf Zypern gesehen und in den Einsparungen und Reformen in den Krisenländern. Sollten die Chefökonomen der Banken richtig liegen, könnte auf deutscher und europäischer Ebene 2013 der Abschwung aufgehalten und ab 2014 ein Aufschwung vorbereitet werden.

Bild:Wirtschaft von Marcel030NL, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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